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  • Tom Pohl 1967 – 2023

    Tom Pohl 1967 – 2023

    Unvergessen und dankbar erinnern wir uns an

    Thomas Michael Gerhard Pohl

    Wir betrauern heute nicht nur den Tode eines Mitglieds, sondern auch den Tod eines lieben Freundes und Aktivisten unseres Vereins.

    Vor wenigen Tagen ist Thomas Pohl überraschend von uns gegangen. Geboren in München am 7. November 1967 studierte er nach dem Abitur von 1987 bis 1990 Schauspiel an der Elisabethbühne in Salzburg. Seit 1991 wirkte er als Schaupieler in Linz am Landestheater, am Theater PHÖNIX, am Theater des Kindes und bei zahlreichen Sommerproduktionen.

    Er war Gründungsmitglied der Musikkabarettgruppe „Die NIeDERTRäCHTIGEN“ mit über 600 Auftritten im deutschsprachigen In- und Ausland und arbeitete auch seit 1998 als Theaterpädagoge bei der pro mente Oberösterreich. Zudem war er auch Mitglied und zeitweise Vorsitzender des Kulturbeirats der Stadt Linz.

    Für die HOSI Linz war er seit dem QueerPlanet 1999 im Offenen Kulturhaus (OK) als „böse Moderatöse“ (O-Ton Tom Pohl) fixer Bestandteil diverser Fest- und Jubiläumsveranstaltungen. Erst letzten Oktober führte er gekonnt und pointensicher durch die Jubiläumsveranstaltung zum 40. Gründungsjubiläum der HOSI Linz. Und noch am 17. Dezember konnten ihn unsere Mitglieder im Rahmen einer heiter-besinnlichen Lesung anlässlich der Jahresabschlussfeier in unserer Bar forty nine erleben.

    Mit Tom Pohl verliert die Linzer Kulturszene einen markanten Künstler und die HOSI Linz ein engagiertes Mitglied, das unseren Verein bei vielen Anlässen tatkräftig unterstützt hat. Wir sagen einfach nur: Danke, lieber Tom! Unser letzter Applaus begleitet dich in eine andere Welt. R.I.P.

    Unser tief empfundenes Mitgefühl gehört aber in diesen Stunden und Tagen den Angehörigen und Freund*innen des Verstorbenen.

    Namens aller Mitglieder

    Der Vorstand und alle Aktivist*innen der HOSI Linz

  • Celebrating 40 Years HOSI Linz

    Celebrating 40 Years HOSI Linz

    Mit einem kurzweiligen Festakt, Büfett und cooler Party beging die HOSI Linz am 12.11.2022 ihr 40. Gründungsjubiläum im Neuen Rathaus der Stadt Linz. Im Beisein von Vizebgm.in Tina Blöchl, LAbg. Renate Heitz (beide SPÖ), Stadträtin Eva Schobesberger, LAbg. Ines Vukajlovic, GRin Ursula Roschger, GRin Abena Twumasi (alle Grüne) und GR Michael Rosenmayer (ÖVP) erinnerten sich rund 300 Mitglieder und Gäst*innen an 40 Jahre LGBTIQ*-Bewegung in Oberösterreich.

    „Nach Wien und Salzburg war es 1982 auch in Linz an der Zeit für die Lesben- und Schwulenbewegung. Leute für Gruppe waren schnell gefunden, aber es war schwierig Leute zu finden, die sich namentlich in die erste Reihe stellen. Der erste Vorstand bestand aus sechs Personen, die alle beruflich abgesichert waren und nichts zu befürchten hatten, weil sie pragmatisiert, selbstständig oder freischaffende Künstler waren. Immerhin gab es damals noch das sogenannte „Vereinsverbot“ und ein öffentliches Outing als Schwuler war für die meisten undenkbar. Schwule kamen maximal auf den Gerichtsseiten der Zeitungen vor – nicht im richtigen Leben“, erinnert sich Ernst Strohmeyer, seinerzeit Gründungsobmann der HOSI Linz.

    Mag. Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz, hält dem die heutige Lage entgegen: „In diesen 40 Jahren seither sind nicht nur alle strafrechtlichen Bestimmungen abgeschafft worden, sondern nahezu überall bereits Gleichstellung erreicht worden – manche nicht aus politischer Überzeugung, sondern auf Druck der Höchstgerichte, aber letztlich zählt das Ergebnis. Und ein paar Aufgaben bleiben auch noch für die Zukunft.“ Steinmetz nennt als Beispiel das immer noch ausständige Levelling-Up im Dienstleistungsbereich oder die Lage von Trans- und Inter-Personen.

    War es 1982 schwierig, Leute zu finden, die sich in die erste Reihe stellen, weil sie die Folgen zu fürchten hatten, so ist es heute der gewaltig gestiegene Druck in der Arbeitswelt, aber auch durch die Krisen der letzten Jahre, der viele Menschen erschöpft vor einem dauerhaften ehrenamtlichen Engagement zurückschrecken lässt. „Bisher erbringt die HOSI Linz alle ihre Leistungen und Angebote nahezu ausschließlich ehrenamtlich. Mit der Größe der Organisation und ihrer Leistungen – ich denke da nur an 8.000 Menschen beim diesjährigen linzpride, die mittlerweile eine immense organisatorische Herausforderung darstellen – ist das eigentlich auf dieser Basis kaum noch leistbar“, erklärt Steinmetz.

    Ernst Strohmeyer sieht die Veränderungen dieser 40 Jahre auch noch woanders: „Für das Plakat für unser erstes Faschingsgschnas mit einem gezeichneten, halbnackten Mann haben wir sofort eine Anzeige bekommen. Bücher bei einem Bücherstand am Taubenmarkt durften nach einer Polizeikontrolle nicht offen liegen bleiben. Und noch Jahre später wurde auch Aufklärungsmaterial in der AIDS/HIV-Krise beschlagnahmt. Heute werden wir an Schulen zu Workshops eingeladen und feiern gemeinsam mit der Politik im Rathaus. Da ist ganz viel passiert in diesen 40 Jahren; das ist gewaltig besser geworden.“

    Das Erreichte zu bewahren und abzusichern, steht daher auch für Steinmetz ganz oben auf der Agenda. „Wie schnell es gehen kann, dass einmal Erkämpftes wieder in Frage gestellt wird, sehen wir derzeit in Ungarn, in Polen, in Russland und – ja auch in den USA recht deutlich. Hier heißt es wachsam bleiben und immer bereit zu sein, den Kampf wieder aufzunehmen. Nichts ist in Stein gemeißelt – die Arbeit wird uns nicht ausgehen“, so Steinmetz.

    Für die HOSI ist daher die Stadt Linz als Teil des Rainbow Cities Networks auch eine wichtige Verbündete in Zukunft. Auch Vizebürgermeisterin Tina Blöchl betont die Selbstverpflichtung der Stadt Linz zur Sichtbarkeit und nachhaltigen Verbesserung der Situation der Linzer LGBTIQ*-Community. Der Festakt in den Räumen der Stadt Linz sei der auch Ausdruck dieser Unterstützung und der Wertschätzung der Arbeit der HOSI Linz in den letzten vierzig Jahren.

    Die beiden Landtagsabgeordneten Renate Heitz (SPÖ) und Ines Vukajlovic (Grüne) zeigen sich zuversichtlich betreffend eine bessere Unterstützung durch das Land Oberösterreich. „Das ist das Mindeste, dass das Land die HOSI unterstützt“, so Vukajlovic.

    Die HOSI Linz konnte jedenfalls rund 300 Gäst*innen zu ihrer Jubiläumsfeier begrüßen, die nach dem unterhaltsamen „offiziellen“ Teil bei Büfett und Getränken noch bis ein Uhr früh mit der Band „PAUL!“ feierten.

     gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 13.11.2022

    Pressefotos:

    Politik: Tina Blöchl, LGBTIQ*-Koordinatorin Patricia Kurz-Khattab, Richard Steinmetz (Vereinssprecher), Eva Schobesberger und LAbg. Renate Heitz:
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    Vizebürgermeisterin Tina Blöchl
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    Festsaal Neues Rathaus Linz:

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    Quizteam Selina Loibner und Dominik Klinger:

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    Richard Steinmetz (Vereinssprecher HOSI Linz und Ernst Strohmeyer (Gründungsobmann):

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    Tortenanschnitt mit Richard Steinmetz, Ernst Strohmeyer und LGBTIQ*-Koordinatorin Patricia Kurz-Khattab:

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    Grüne Gratulant*innen:

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    Fotos: Wolfgang Zehetmayer/HOSI Linz

  • YOUnited wird selbstständig

    YOUnited wird selbstständig

    HOSI-Jugendgruppe ist erwachsen geworden.

    Nach über einem Jahrzehnt erfolgreicher Arbeit ist die Zeit gekommen, dem beidseitigen Wunsch Rechnung zu tragen, künftig eigenständiger zu wirken. „Es freut uns sehr, dass unsere Jugendgruppe mittlerweile ‚erwachsen‘ geworden ist und jetzt selbstständig wird“, sagt Mag. Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz.

    Die HOSI Linz wird selbstverständlich weiterhin mit YOUnited kooperieren und die Zusammenarbeit insbesondere im Bereich der Jugendarbeit fortsetzen. „Die HOSI Linz freut sich über jede neue Organisation, die sich für die Rechte und Belange queerer Menschen einsetzt. Je stärker wir vertreten sind, desto mehr können wir gemeinsam erreichen“, ist Steinmetz überzeugt.

    „Im kommenden Jahr wird die HOSI Linz daran arbeiten, ein eigenes neues Jugendformat aufzubauen, das sich explizit nicht als Konkurrenzangebot versteht, sondern alters- und angebotsmäßig an das Angebot von YOUnited anschließt“, so Steinmetz abschließend.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 31.10.2022

    Ihr findet YOUnited jetzt unter https://younited.cc/

  • Neues Schuljahr – alte Probleme!

    Neues Schuljahr – alte Probleme!

    TeenSTAR immer noch an Schulen aktiv!

    Zumindest seit 2018 ist bekannt, dass die von TeenSTAR angebotene Sexualaufklärung nicht dem „Grundsatzerlass Sexualpädagogik“ entspricht. Dennoch ist der umstrittene Verein auch im neuen Schuljahr wieder in Österreichs Schulen aktiv. Das vom Bildungsministerium 2019 angekündigte Akkreditierungsverfahren ist hingegen immer noch ausständig.

    Der “Grundsatzerlass Sexualpädagogik” gibt vor, dass sexuelle Bildung an Schulen „wissenschaftlich gestützte, realistische und nicht verurteilende Informationen weitergeben“ und sich am „Prinzip der Gleichstellung der Geschlechter sowie der Vielfalt der Lebensformen (z.B. sexuelle Orientierung, Geschlechteridentitäten) orientieren“ soll. Eine Kommission des Bildungs-ministeriums stellte schon 2018 fest, dass die vom Verein TeenSTAR angebotenen Workshops und Kurse den gesetzlichen Rahmenbedingungen widersprechen. Der Verein verstoße gegen das Indoktrinationsverbot, die Kinderrechtskonvention und die Grundsatzerlasse Sexualpädagogik und Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung.

    Auch das Bundeszentrum für Sexualpädagogik kam damals zu einem vernichtenden Urteil: „Aus Sicht des Bundeszentrums für Sexualpädagogik stellen die Tatsache, dass im Programm von TeenSTAR falsche, massiv tendenziöse und teilweise auch menschenrechtlich bedenkliche Aussagen gemacht werden, den Grund dafür dar, dass TeenSTAR in der vorliegenden Ausrichtung nicht für die schulische Sexualerziehung geeignet erscheint”.

    Dennoch ist der Verein auch im neuen Schuljahr immer noch an österreichischen Schulen aktiv; seine angeblich überarbeiteten Unterlagen entsprechen weiterhin nicht den Grundsatzerlässen. Und auch das von Bildungsminister Heinz Faßmann angekündigte Akkreditierungsverfahren für Vereine, die an Schulen tätig sind, ist weiter ausständig.

    „Vier Jahre seit der TeenSTAR-Affäre ist diesem Verein noch immer kein Riegel vorgeschoben. Wir sehen einen Kniefall des ÖVP-geführten Bildungsministeriums vor den rechtskatholischen Hardliner*innen in der eigenen Partei! Zwei Regierungen und zwei Bildungsminister waren vier Jahre mit dieser Angelegenheit befasst – alleine das Ministerium ist noch immer säumig“, ärgert sich Mag. Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz.

    „Wir wollen endlich Ergebnisse sehen. Wenn Minister Martin Polaschek mit seiner Aufgabe überfordert ist, möge er zur Seite treten und den Platz für eine Person frei machen, die der Aufgabe gewachsen ist“, meint Steinmetz. Österreichs Schüler*innen müssten jedenfalls vor dieser tendenziösen und diskriminierenden Sexualaufklärung und diesem rechtskatholischen Verein geschützt werden.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Foto: Screenshot/Website Teenstar

  • Affenpocken

    Affenpocken

    Vorbeugende Impfung ab sofort erhältlich

    Die vorbeugende Impfung wird derzeit nur Männern mit häufig wechselnden Sexualpartnern empfohlen. Die Impfung für die breitere Bevölkerung ist weder empfohlen noch vorgesehen. Aktuell kann man sich auf der Hautambulanz des Kepler Uniklinikums Linz sowie auf der der Ambulanz des Instituts für Hygiene am Klinikum Wels-Grieskirchen vorbeugend gegen Affenpocken impfen lassen. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.

    Anmeldung am Kepler Uniklinikum von Mo-Fr von 8.00 bis 13.00 Uhr unter 05 7680 83 – 4120 oder unter [email protected]

    Anmeldung Klinikum Wels-Grieskirchen unter Angabe der Kontaktdaten unter [email protected]

    Auszug aus PRIDE Nr. 190/Oktober 2022

    Interview mit OA Mag. Dr. Matthias Skocic vom Kepler Uniklinikum zum Thema Affenpocken.

    Lieber Matthias, die Affenpocken breiten sich seit Anfang Mai in Europa aus und betreffen ja großteils Männer, die Sex mit Männern haben. Wie viele Personen habt ihr im Kepler Uniklinikum bereits behandelt und mit welchen Symptomen sind diese zu euch gekommen?

    Bis dato haben wir am Kepler Uniklinikum nur fünf bestätigte Fälle gesehen. Vermutlich wird diese Zahl aber bald steigen. Symptome sind meist allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen sowie meist danach auftretend Hautläsionen insbesondere im Genital- und Analbereich sowie vereinzelt an den Extremitäten und im Gesicht.

    Wie behandelt ihr eine Affenpockeninfektion?

    Leider ist derzeit keine kausale, also direkt den Erreger bekämpfende Therapie gegen die Affenpocken verfügbar. Wir empfehlen Allgemeinmaßnahmen wie Bettruhe und ausreichend Flüssigkeitszufuhr.

    Woran bemerkt man eigentlich eine Infektion mit Affenpocken und wie verläuft diese?

    1-2 Wochen nach Ansteckung kommt es zunächst zu Allgemeinsymptomen mit Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen sowie geschwollenen Lymphknoten (können aber auch ausbleiben) und danach zu Hauterscheinungen wie Flecken, Bläschen oder Pusteln. Letztere können brennen oder auch schmerzhaft sein.

    Wie steckt man sich mit Affenpocken an und wie kann man sich vor einer Infektion schützen?

    In der aktuellen Epidemie kommt es im Allgemeinen durch längeren Haut-zu-Haut-Kontakt zur Infektion, insbesondere bei Sexualkontakten bzw. bei gemeinsamer Verwendung von Sexspielzeugen. Zum Schutz (zumindest vor schweren Verläufen) gibt es eine vorbeugende Impfung. Ein Kondom bietet einen geringen zusätzlichen Schutz. Die gemeinsame
    Ver­wendung von Sexspielzeugen sollte vermieden werden.

    Was sollte man tun, wenn man den Verdacht hat, sich mit Affenpocken angesteckt zu haben?

    Seinen Arzt oder seine Ärztin kontaktieren.

    Zurzeit steht ja nur eine beschränkte Anzahl an Impfdosen zur Verfügung.
    Wer erhält diese?

    Personen, die besonders exponiert sind, insbesondere Männer, die Sex mit Männern haben, sowie Personen, die einen gesicherten Kontakt mit einem Infizierten hatten.

    Wie schaut das Impfschema bei der vorbeugenden Affenpockenimpfung aus?

    Die Impfung wird bereits am Kepler Uni­klinium durchgeführt. Für die vorbeugende Impfung wird gemäß der WHO-Empfehlung 1/5 der Dosis intradermal verabreicht mit einer zweiten Dosis 28 Tage danach. Als postexpositionelle Prophylaxe (Impfung bis 14 Tage nach Risikokontakt) wird weiterhin die volle Dosis subkutan verabreicht.

    Vielen Dank für das Gespräch!

    Text Erik Pfefferkorn

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