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  • IDAHOBIT 2023 – 17. Mai

    IDAHOBIT 2023 – 17. Mai

    Homo- & Transphobieproblem an Österreichs Unis?
    Zwei „Ausrutscher“ sind zwei zu viel.

    Zum morgigen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) zeigt sich die HOSI Linz besorgt. Nach transfeindlichen Übergriffen und homophoben Schmierereien im letzten Jahr sind nun bereits zwei universitäre Umfragen publik geworden, die auf ein problematisches Verständnis nicht heterosexueller Lebensweisen an Österreichs Universitäten schließen lassen.

    Nach dem Skandal um die Jugendumfrage in Ansfelden im April, die von der Johannes-Kepler-Universität in Linz erstellt wurde, folgte vor wenigen Tagen eine Umfrage der Universität Wien, die muslimischen Jugendlichen tendenziöse Fragen zum Thema Homosexualität stellte.

    Auch wenn sich Bildungsminister Polaschek von dieser Studie distanziert hat, stellt sich trotzdem die Frage, ob sich hier nicht schön langsam ein Muster zeigt, das den Diskurs Stück um Stück wieder dorthin verschieben soll, dass es wieder „salonfähig“ wird, küssende Männer „eklig“ zu finden.

    „Ein Ausrutscher kann passieren, zwei sind zwei zu viel“, meint Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz, „So erfreulich es ist, dass Bildungsminister Polaschek klarstellt, dass er ethische Standards für solche Studien einfordert, ist er letztlich dafür verantwortlich, dass das auch in der Praxis entsprechend umgesetzt wird.“

     „Es stellt sich die Frage, ob hier zufällig zwei Mal eine fast identische Formulierung verwendet wurde, die insbesondere schwule Männer als ‚ekelhaft‘ abwertet, oder ob hier eine systematische Diskursverschiebung dahintersteckt, die einer überwunden geglaubten plakativen Homophobie ein Comeback verschaffen soll. Hier ist der Minister gefordert, solche Ansinnen zu unterbinden und dafür zu sorgen, dass die Universitäten Stätten weltoffener Forschung bleiben und nicht zum Nährboden ewiggestriger Umtriebe werden“, so Steinmetz abschließend.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 16.05.2023

  • Queere Filme bei CROSSING EUROPE-Filmfestival Linz

    Queere Filme bei CROSSING EUROPE-Filmfestival Linz

    Auf nach Europa!

    Das CROSSING EUROPE-Filmfestival Linz findet heuer zum 20. Mal statt. Das Festival positioniert Linz von 26. April bis 1. Mai einmal mehr als cinephilen Treffpunkt für zeitgenössisches Autor*innenkino aus Europa. Hier stellen wir alle Filme mit queerem Bezug vor.

    CAPTAIN FAGGOTRON SAVES THE UNIVERSE
    Harvey Rabbit, DE 2023, 72 min, Englisch, OmdU
    European Panorama Fiction
    Father Gaylord versucht, als Priester seine Homosexualität zu unterdrücken – und scheitert kläglich. Währenddessen hat sein außerirdischer Ex-Lover Queen Bitch den kühnen Plan, die Erde mit kosmischem Zauber in einen queeren Planeten zu verwandeln. Superheld Captain Faggotron eilt zu Hilfe. Der große Knall, inklusive intergalaktischer Dämonenorgie, steht kurz bevor! Harvey Rabbits herrlich trashiger Fantasy-Film über die Angst vor einem queeren Planeten ist eine direkte Antwort auf den Anschlag von Orlando, das Erstarken des Rechtspopulismus in den USA, die Verfolgung von queeren Menschen in Russland und die noch immer allgegenwärtige queer-feindliche Gewalt. „Captain Faggotron Saves the Universe“ folgt dabei einer Strategie, die tief in der Geschichte queeren Überlebens verwurzelt ist: Camp ist eine Waffe des freudigen Widerstands und ein Werkzeug zur Dekonstruktion der hetero­normativen Ödnis! (Salzgeber)

    BĚŽNÁ SELHÁNÍ / ORDINARY FAILURES
    Cristina Groşan, CZ/HU/IT/SK 2022, 84 min, Tschechisch, OmeU / Competition Fiction
    Eine Witwe, die in den Ruhestand gezwungen wird, ein einsamer Teenager, der sich mit seiner Sexualität auseinandersetzt, und eine fürsorgliche Mutter, die der Alltag überfordert, treffen aufeinander, als ein mysteriöses Naturphänomen ihre Stadt zum Stillstand bringt. In diesem visuell fesselnden Drama, angesiedelt in der sehr nahen Zukunft, scheint die Zeit für die Menschheit abzulaufen. Alle sind gezwungen innezuhalten und den Blick gen Himmel zu richten. (Sabine Gebetsroither)

    CHEMI OTAKHI / A ROOM OF MY OWN
    Ioseb „Soso“ Bliadze, GE/DE 2022, 107 min, Georgisch, OmeU / Competition Fiction
    Die beiden jungen Frauen könnten kaum unterschiedlicher sein: Megi feiert gern, ist extrovertiert und würde Tiflis am liebsten schon gestern Richtung USA verlassen haben. Tina dagegen ist gerade erst in die georgische Hauptstadt gezogen und eher verschlossen. Die beiden teilen sich eine Zweck-WG – aus der Tina eigentlich bald ausziehen will. Nach anfänglichen Konflikten nähern sich die beiden Frauen einander an. Die Geschichte einer inneren Emanzipation vor dem Hintergrund einer patriarchalen Gesellschaft – mit zwei herausragenden Hauptdarstellerinnen.
    (Film Festival Cologne)

    CHLEB I SÓL / BREAD AND SALT
    Damian Kocur, PL 2022, 100 min, Polnisch/Englisch, OmeU / Competition Fiction
    Tymek, ein angehender Pianist aus Warschau, kehrt über die Ferien in seine Heimatstadt zurück, einen kleinen Ort in der polnischen Provinz. Gemeinsam mit seinem Bruder und dessen Freunden verbringt der junge Student viel Zeit in einem Kebabladen, der Schmelztiegel der dortigen Jugend ist. Doch die Luft zwischen den arabischstämmigen Angestellten und der polnischen Kundschaft wird immer dicker. Zwischen unterschwelligem Rassismus und falschem Stolz kommt es schließlich zu einer Wendung, die niemand zu antizipieren vermochte. (Ania Gleich)

    SILENT LOVE
    Marek Kozakiewicz, DE/PL 2022, 72 min, Polnisch, OmeU / Competition
    Documentary
    Nach dem Tod ihrer Mutter zieht Aga aus Deutschland zurück in die heimatliche polnische Provinz, um für ihren 14-jährigen Bruder Miłosz zu sorgen. Im neuen, erzkonservativen Umfeld scheint die Möglichkeit, mit ihrer Partnerin Majka ein gemeinsames Leben zu gestalten und ein alternatives Familienmodell zu etablieren, weit weg – aber nicht unmöglich. Mit einer Kamera, die still beobachtend nah an den Hauptcharakteren bleibt, übermittelt dieser sensible und genau deshalb so eindringliche Dokumentarfilm gerade in seiner Subtilität die wichtigste Botschaft: Immer noch müssen Menschen ihre Liebe heimlich leben, sind wir nicht frei und losgelöst von Zwängen und Normen. (Ines Ingerle)

    SYNDROM HAMLETA / THE HAMLET SYNDROME
    Elwira Niewiera, Piotr Rosołowski, PL/DE 2022, 85 min, Ukrainisch/Russisch, OmeU / Competition Documentary
    Sein oder Nichtsein – mit dieser existenziellen Frage aus Shakespeares „Hamlet“ beschäftigen sich fünf junge Menschen aus der Ukraine, die nach der Maidan-Revolution 2014 ihrer Lebensträume beraubt wurden. Während der Proben zur Neuinszenierung des Klassikers erzählen sie sich gegenseitig aus ihren Leben, wobei Traumata ganz persönlicher Natur zutage kommen. Alte Wunden und schmerzliche Erinnerungen betreten so die Theaterbühne: Das Drama wird zum Reflexionspunkt virulenter Konflikte. (Ania Gleich)

    LE LYCÉEN / WINTER BOY
    Christophe Honoré, FR 2022, 122 min, Französisch, OmdU/OmeU /
    YAAAS! Competition
    Unerwartet wird Lucas aus dem Internat abgeholt und erhält eine erschütternde Nachricht: Der Vater hat bei einem Unfall die Kontrolle über seinen Wagen verloren und war sofort tot. Der 17-Jährige versucht, mit dem Verlust erst zu Hause im Kreis der Familie umzugehen und begleitet dann seinen älteren Bruder Quentin nach Paris, um für einige Wochen bei ihm und seinem Mitbewohner Lilio zu wohnen. Dort versucht Lucas, die Trauer auf seine eigene Art zu bewältigen, bis schließlich alles
    eskaliert. (Lilia Obermüller, YAAAS!
    Young Programmer)

    MI VACÍO Y YO / MY EMPTINESS AND I
    Adrián Silvestre, ES 2022, 98 min, Spanisch/Französisch, OmeU / YAAAS! Competition
    Raphi träumt von einer liebevollen Beziehung und einer traditionellen Familienplanung. Ihre Realität sieht jedoch anders aus: Sie arbeitet in einem Callcenter und ihr Datingleben verläuft enttäuschend. Sie wird mit Geschlechtsdysphorie diagnostiziert, was ihr zwar Klarheit, aber auch neue Unsicherheiten bringt. Sie tauscht sich mit Kolleg*innen, queeren Freund*innen und Männern, die sie online kennenlernt, über dieses Thema aus. Der Film gibt Einblick in die Gefühlswelt einer Transperson und begleitet Raphi, die trotz Hilfe und Unterstützung ihren Weg alleine gehen und große Entscheidungen selbst treffen muss. (Laura Marceta, YAAAS! Young Programmer)

    20.000 ESPECIES DE ABEJAS / 20,000 SPECIES OF BEES
    Estibaliz Urresola Solaguren, ES 2023, 129 min, Spanisch/Baskisch, OmeU /
    European Panorama Fiction
    Ein achtjähriges Kind leidet darunter, dass die Leute es hartnäckig bei seinem Geburtsnamen Aitor nennen, der bei ihm Unbehagen auslöst. Sein Spitzname Cocó fühlt sich nicht ganz so eindeutig verkehrt, aber auch nicht richtig an. Im Sommerurlaub im Baskenland vertraut das Kind seinen Kummer Verwandten und Freund*innen an. Doch wie geht eine Mutter, die selbst noch mit ambivalenten elterlichen Altlasten ringt, mit der Identitäts­suche ihres Kindes um? (Berlinale)

    LES CINQ DIABLES / THE FIVE DEVILS
    Léa Mysius, FR 2022, 95 min, Französisch, OmeU/OmdU /
    European Panorama Fiction

    Die achtjährige Vicky hat eine besondere Gabe: Sie sammelt Gerüche, in Gläsern und in ihrer Erinnerung, sogar den ihrer Mutter Joanne. Als eines Tages die entfremdete Tante Julia auftaucht, versetzt deren Duft das junge Mädchen jedoch in eine seltsame Ohnmacht, die sie unmittelbar in die Jugendjahre ihrer Eltern katapultiert. Mit großer Sensibilität inszeniert Léa Mysius ein magisch-realistisches modernes Märchen über die Liebe und verdrängte Familiengeheimnisse, Homophobie und die Art und Weise, wie uns unsere Vergangenheit bisweilen ungewollt in der Gegenwart einholt. (Pamela Jahn)

    SILVER HAZE
    Sacha Polak, NL/GB 2023, 102 min, Englisch, OmeU / European Panorama Fiction
    Franky ist Anfang zwanzig, arbeitet als Krankenschwester und ist voller Wut über ihre Vergangenheit und die Gegenwart, die daraus hervorgegangen ist. Sie hat emotionale und körperliche Narben davongetragen, die sie seit fünfzehn Jahren mit sich herum trägt und die nicht heilen wollen. Eine mit faszinierendem Feingefühl erzählte Geschichte über Identität, Sexualität und Wege, Traumata zu bewältigen. (Ines Ingerle)

    LE FAVOLOSE / THE FABULOUS ONES
    Roberta Torre, IT 2022, 75 min, Italienisch, OmeU / European Panorama Documentary
    Transgender-Personen werden im Moment des Todes häufig ihrer Identität beraubt. Ihre Familien schämen sich, die Beerdigung findet im Geheimen statt, und auf dem Grab steht der Name, den die Person vor ihrer Transition trug, womit der gesamte Lebensweg, den sie gewählt hatte, mit einem Schlag zunichte gemacht wird. So geschieht es auch bei Antonia. Ihre Freundinnen versammeln sich, um ihr Andenken zu ehren und ihr ihre verweigerte Identität zurückzugeben. (Giornate degli Autori – Internationale Filmfestspiele von Venedig)

    REI DOOR ONZE WERELD / JOURNEY THROUGH OUR WORLD
    Petra Lataster-Czisch, Peter Lataster, NL 2022, 114 min, Niederländisch/Deutsch/Russisch, OmeU / KURZFILM
    Das niederländische Regie-Ehepaar Petra Lataster-Czisch und Peter Lataster dokumentiert seine Erfahrungen im Lockdown während der Corona-Pandemie. In Zeiten von Social Distancing erkundet die Kamera die Tier- und Insektenwelt im Garten des Amsterdamer Apartmentkomplexes, gewährt Einblicke in das Leben von Nachbarn, Freunden, Familie. (Philip Waldner)

    LA PIEDAD / LA PIETÀ
    Eduardo Casanova, ES/AR 2022, 84 min, Spanisch/Koreanisch, OmeU
    Nachtsicht | Night Sight
    Übermutter Libertad und Sohn Mateo stehen in einem pathologischen Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Als beim jungen Mann ein Gehirntumor diagnostiziert wird, droht ihre vergiftete Welt endgültig aus den Fugen zu geraten …

    IRGENDWANN WIRST DU VERSTEHEN / SOMEDAY YOU WILL UNDERSTAND
    Patricia Göckert, AT 2023, 90 min, Deutsch, OmeU / Local Artists
    Interviews mit Personen aus der LGBTIQA+ Community, die ihren oft schwierigen
    Weg zur Selbstakzeptanz emotional und zugleich analytisch schildern

    POOL
    Sophia Hochedlinger, AT 2023, 27 min, Deutsch, OmeU / KURZFILM
    In einem Billard-Pub stoßen zwei un­gleiche Freundesgruppen aufeinander, die gut miteinander auszukommen scheinen …

    PINNED INTO A DRESS
    Gianluca Matarrese, Guillaume Thomas, FR 2022, 20 min, Englisch, OmeU
    Im Stillen als queere Person in einer zerrütteten und dysfunktionalen Familie aufgewachsen, wurde Kurtis mit Missbrauch, Traumata und Sucht konfrontiert. Als Ausweg flieht er in die ständige Suche nach Schönheit. Seine Obsession führt ihn schließlich dazu, sein Alter Ego Miss Fame zu erschaffen, eines der ikonischsten Drag-Supermodels seiner Generation, die ihm die Tür zu Welten öffnet, die seine kühnsten Träume übertreffen.
    www.instagram.com/missfamenyc/

    Text und Fotos Crossing Europe
    https://www.crossingeurope.at/programm/filme

     

  • FPÖ Ansfelden: Homo- & transphobe Umfrage

    FPÖ Ansfelden: Homo- & transphobe Umfrage

    Jugendumfrage: Ansfelden stellt homo- & transphobe Suggestivfragen
    FPÖ-Stadtrat schiebt Schuld an der Fragestellung auf die JKU

    „Ich bin entsetzt und erstaunt, welche Fragen die Stadt Ansfelden ihren Jugendlichen stellt“, ist Vereinssprecher Mag. Richard Steinmetz bestürzt. „Wir von der HOSI Linz engagieren uns seit Jahrzehnten, um Jugendlichen an den Schulen, dass es in Ordnung ist, LGBTIQ* zu sein und dass es auch für Heteros keinen Grund gibt, sich vor LGBTIQ*-Personen zu fürchten. Und dann kommt – mal wieder wenig überraschend – die FPÖ mit einem neuen Tiefpunkt und lässt durch die JKU in einem Bündel an Suggestivfragen ihr mehr als vorgestriges Weltbild in Sachen Sexualität & Geschlechterrollen abnicken.“

    Für die HOSI Linz stellt sich auch die Frage, wie die Johannes-Kepler-Universität, die ja auch ein Institut für Frauen- und Geschlechterforschung sowie ein Institut für Legal Gender Studies hat, zum Thema LGBTIQ* steht. Die HOSI Linz erwartet sich hier klare Antworten von Rektor Meinhard Lukas, was er dazu zu sagen hat, dass an seiner Universität Fragen wie „Ein gutes Paar besteht aus einem Mann und einer Frau.“ oder „Ich finde es ekelhaft, wenn zwei Männer sich küssen.“, scheinbar den wissenschaftlichen Kriterien genügen, um in einer Umfrage an Jugendliche gerichtet zu werden.

    Gerade in einer sensiblen Altersphase, in der LGBTIQ*-Jugendliche Unterstützung brauchen, richtet Ihnen die FPÖ mit Unterstützung der JKU von Amts wegen aus, dass sie ekelhaft und falsch sind. Die FPÖ hat damit einmal mehr bewiesen, dass sie lieber auf Seite derer steht, die LGBTIQ*-Jugendliche mobben, statt ein Klima zu schaffen und zu fördern, das alle Jugendliche wertschätzend auf ihrem Weg unterstützt, ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung oder Identität.

    Wir von der HOSI Linz werden auch weiterhin dagegenhalten und dafür kämpfen, dass LGBTIQ*-Jugendliche auf ihrem Weg Unterstützung erfahren, statt noch von öffentlichen Einrichtungen gemobbt zu werden“, so Steinmetz abschließend.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Erweiterung vom 24.4.:

    Bericht vom 24.4.2023 in den OÖNachrichten:

     

  • Frauen*kampftag statt Feierlaune!

    Frauen*kampftag statt Feierlaune!

    Der Stand der Gleichberechtigung und der sozialen Teilhabe von Frauen* an der Gesellschaft ist besorgniserregend – nicht nur die Pandemie hat für einen veritablen Rückschlag in den Bemühungen für Gleichberechtigung gesorgt und verstaubte Rollenbilder erneut verstärkt und einzementiert.

    Noch immer sehen sich Frauen* mehrfachen Diskriminierungen ausgesetzt, werden Frauen* im Netz auf den sozialen Medien, aber auch im täglichen Leben ungleich behandelt, angegriffen, gemobbt, gewaltsam verletzt oder gar getötet. Die Zahl der Femizide (Frauen*morde) ist seit Ausbruch der Pandemie auf ein trauriges Hoch geschnellt, das so nicht kommentarlos hinnehmbar ist.

    „Mit der am Samstag vor dem Frauen*kampftag stattgefundenen Veranstaltung „LesGirls“ unter der Federführung Angelika Fenneis und Alenka Balic greifen wir das von Virginia Ernst aufgebrachte Motto „We are better together“ auf und wollen uns als HOSI Linz auch dieses Jahr solidarisch an die Seite aller Frauen* stellen. Wir sehen den Weltfrauen*tag als Frauen*kampftag, um diesen Kampf für alle Weiblichkeiten zu unterstützen. Ein Kampf, der überflüssig sein sollte, aber es traurigerweise dennoch nicht ist. Unsere Solidarität und Unterstützung gilt daher allen Personen, die sich als weiblich* identifizieren oder als weiblich* gelesen werden,“ erklärt Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz.

    Die HOSI freue sich, dass ein Teil der im Rahmen der Veranstaltung eingegangenen Spenden an die Allianz ‚Feminismus & Krawall‘ geht, die seit 2013 als transkultureller & frauenpolitischer Zusammenschluss verschiedenster Frauen* und Organisationen für feministischen Krawall am 8. März, dem Internationalen Frauentag sorgt. Seit 2013 finden am Frauentag in der Linzer Innenstadt musikalische, akustische und performative Aktionen für Frauenrechte statt. Mittlerweile organisiert die Allianz nicht nur Aktionen am 8. März, sondern unterstützt das ganze Jahr über Projekte und Veranstaltungen von den Partner*innen. Die Verbindung untereinander schafft das gemeinsame Engagement für Frauenrechte und das Interesse aller für feministische Anliegen.

    Die zweite Hälfte der Spenden geht an das Projekt FLINTA-Tag, das traditionell am Tag vor dem linzpride für die Sichtbarkeit von Frauen*, Lesben*, Inter*, Non-Binary, Trans* & Agender steht. Dieses Jahr soll es dazu einen Workshop, Demozug mit Redner*innen, Live Acts & Musik geben. Wir freuen uns, auch dieses Projekt unterstützen zu können.

    „Wie es unlängst zwei Aktivist*innen von ‚catcallsLinz‘ so treffend formuliert haben: Es wäre schön, wenn es diesen aktivistischen Einsatz für Gleichberechtigung von Frauen* nicht mehr benötigen würde. Bis es aber so weit ist, steht die HOSI Linz jedenfalls solidarisch an der Seite aller Frauen*“, Steinmetz abschließend.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz
    Linz, 07.03.2023

  • Vienna Pride 2023 wieder ohne Pride Village

    Vienna Pride 2023 wieder ohne Pride Village

    Förderung von Stadtrat Wiederkehr reicht kaum für die Sicherheitskosten
    Vienna Pride wird auch 2023 ohne das Pride Village auskommen müssen, die Zeltstadt auf dem Rathausplatz, die erstmals nach Corona wieder geplant war. Die Förderung der Stadt Wien wird erheblich niedriger sein als noch vor Corona, womit die seit 2018 massiv gestiegenen Sicherheits- und Veranstaltungskosten nicht gedeckt werden können. Damit besteht Vienna Pride auch heuer wieder ausschließlich aus Side Events und der Regenbogenparade selbst und hat ohne Pride Village kein Herz im Zentrum der Stadt, das zum Gespräch und Kennenlernen einlädt.
    Allein die Sicherheitskosten brauchen die Förderung auf
    „Das Büro des zuständigen Stadtrats Christoph Wiederkehr hat uns informiert, dass man Vienna Pride heuer nur mit 175.000 Euro unterstützen kann. Allein die Kosten für die Sicherheit der Besucher*innen würden aber 160.000 Euro ausmachen“, sagt Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien „Denn für zehntausende Menschen braucht man Sicherheitspersonal, Schleusen, Bewegungskonzepte und mehr. Und da ist noch kein Cent für Bühne, Lautsprecher oder andere Veranstaltungstechnik ausgegeben, für die die Preise seit Corona um rund 30 Prozent gestiegen sind.“
    „Wir sind enttäuscht, dass Vizebürgermeister Wiederkehr keine Lösung gefunden hat. Denn leiden wird darunter die LGBTIQ-Community“, so Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien
    Otte erklärt: „Alle diese Zahlen sind dem Büro des Vizebürgermeisters seit Jahren bekannt, nicht zuletzt, da die Auflagen für die Sicherheit vom Magistrat der Stadt Wien kommen. Wir sind enttäuscht, dass Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr dafür keine Lösung gefunden hat. Denn leiden wird darunter die LGBTIQ-Community, der eine wichtige Möglichkeit für Sichtbarkeit und Austausch genommen wird.“
    World Pride rückt für Wien in weite Ferne
    Doch das sind nicht die einzigen Folgen: „Das bedeutet, dass wir zuerst bei uns selbst sparen müssen und die Infrastruktur von Vienna Pride und seines Teams drastisch reduzieren werden. Ohne diese Strukturen und ohne ein Pride Village rückt eine Bewerbung für die World Pride, zu der sich Christoph Wiederkehr im Koalitionsprogramm bekannt hat, in weite Ferne. Damit geht über viele Jahre aufgebautes Know-how verloren.“
    „Die Community verliert die Möglichkeit, sich in ihrer Vielfalt zu zeigen und in der Öffentlichkeit einen prominenten Platz einzunehmen. Hier wird Kultur und Gemeinschaft zerstört“, sagt Katharina Kacerovsky-Strobl, Organisatorin von Vienna Pride und Geschäftsführerin der Stonewall GmbH
    Katharina Kacerovsky-Strobl, die Organisatorin von Vienna Pride und Geschäftsführerin der Stonewall GmbH, sagt: „Der Verlust des Pride Village bedeutet, dass die LGBTIQ-Community die Möglichkeit verliert, sich in ihrer Vielfalt zu zeigen und in der Öffentlichkeit einen prominenten Platz einzunehmen. Denn im Pride Village wird Akzeptanz und Solidarität gelebt, hier präsentieren sich Vereine, die Szene-Gastro tritt geschlossen auf, queeren jungen Menschen wird Mut gemacht und LGBTIQ-Künstler*innen stehen vier Tage prominent auf der Bühne. Hier geht ein wichtiges Stück LGBTIQ-Kultur und queeren Lebens in Wien verloren. Hier wird Kultur und Gemeinschaft zerstört. Und das bei einer Gesamt-Wertschöpfung in Wien durch Vienna Pride von durchschnittlich 120 Millionen Euro.“
    Schwerpunkt auf kleineren Pride-Veranstaltungen in ganz Wien und der Regenbogenparade
    Aber Vienna Pride wird es trotzdem geben: „Vienna Pride ist zum Glück eine große, vielfältige Veranstaltungsreihe mit vielen Side Events, getragen von der LGBTIQ-Community und ihren Vereinen sowie starken privaten Kooperationspartner*innen. Diese haben schon bisher weit mehr als die Hälfte der Gesamtkosten getragen. Wir werden also den Schwerpunkt auf diese Pride-Veranstaltungen legen und gemeinsam mit der Community Wien auch heuer wieder zwei Wochen lang in allen Farben des Regenbogens erstrahlen lassen. Getreu dem heurigen Motto: Together we rise!“
    Ebenfalls nicht betroffen ist die Regenbogenparade selbst, die große Demonstration für LGBTIQ-Rechte und Sichtbarkeit. Diese wird am 17. Juni wieder um den Ring ziehen, wie immer von der HOSI Wien zu 100 Prozent ehrenamtlich organisiert.
    Quelle: HOSI Wien

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