Autor: admin

  • Pogromnacht 1938 und das Verbotsgesetz: Hausaufgaben machen!

    Pogromnacht 1938 und das Verbotsgesetz: Hausaufgaben machen!

    Linz (HOSI): Kurz vor der 75. Wiederkehr der Novemberpogrome und der „Reichskristallnacht“ mit hunderten Toten werden Äußerungen laut, die soziale Gruppen deklassieren und marginalisieren und die Sinnhaftigkeit des NS-Verbotsgesetzes im Namen der Meinungsfreiheit zur Debatte stellen. Lesben und Schwule sind alarmiert. „Macht lieber eure Hausaufgaben, lernt Geschichte, statt Diffamierungen zu äußern und das Verbotsgesetz in Frage laut zu stellen!“, heißt es dazu bei der HOSI Linz.

    „Statt als Arzt und neu gewählter Parlamentarier abwertend über Lesben und Schwule zu reden und statt als Dritter Nationalratspräsident das NS-Verbotsgesetz gegen das Prinzip der Meinungsfreiheit öffentlich abzuwägen, sollten gerade Markus Franz und Norbert Hofer lieber Gegenteiliges tun: nämlich aktiv gegen die Legaldiskriminierung von Minderheiten einzutreten und staatsmännisch den geistigen Boden für einen ethischen Umgang miteinander bereiten“, ist der Vereinssprecher der HOSI Linz, Rainer Bartel, entsetzt und erbost. „Es ist noch nicht lange her, als ein Gesinnungskamerad Herrn Norbert Hofers (FPÖ) hier in Linz Lesben und Schwule hinters Voestgelände wünschte – gerade so deutlich, dass eine Botschaft angekommen ist, und gerade so undeutlich, dass für die Justiz keine strafrechtliche Verurteilung drin war“, erinnert Bartel.

    Den gedanklichen und verbalen Anfängen entgegenwirken

    „Aus den Sozialwissenschaften wissen wir: Jeder rechtlichen und privaten Diskriminierung, jedem psychischen oder physischen Übergriff in Gestalt eines Hassverbrechens, geht ein Abbau ethisch hemmender Schranken voraus. Wirre oder irrelevante, ja oft unwahre Gründe werden von demagogischen Kräften und ihren blinden Gefolgsleuten vorgeschoben, eine anzugreifende Zielgruppe zunächst zu entmenschlichen. Das baut das Mitgefühl mit und die Hemmungen gegenüber Mitmenschen ab. Den Worten folgen dann zumeist auch Taten gegenüber den Nicht-mehr-Menschen, und zwar nicht bloß ohne Unrechtsbewusstsein, sondern im Bewusstsein, einen moralisch wertvollen oder gesellschaftlich unabdingbaren Feldzug heldenhaft zu führen und dadurch eigene Probleme zu kompensieren. Genau deshalb ist es so wichtig, den gedanklichen und verbalen Anfängen bildungs- und sozialpolitisch entgegenzuwirken“, weiß Bartel als Sozialwissenschafter.

    Mehr ideelle und materielle Unterstützung

    „Sehen und hören wir uns doch um! Es vergeht keine Woche, ohne dass Gräueltaten an Schwulen und Lesben oder ‚nur‘ demütigende Freiheitseinschränkungen in Gestalt jedweder Diskriminierungen in die Weltöffentlichkeit dringen: aus afrikanischen Staaten über den Iran, die arabischen Golfstaaten und Russland bis aus den USA, aus Polen oder Montenegro. Und das, obwohl sich, nach einer jüngsten Studie von der Ohio State und Boston University, 19 Prozent der US-Bürger nicht als heterosexuell bezeichnen und obwohl laut Linzer Market Institut mehr als die Hälfte der ÖsterreicherInnen für die Gleichstellung bei der Ehe sind. Wird bei uns die Intoleranz geschürt, werden wahrscheinlich bald auch einmal bei uns Lesben und Schwule im wahrsten Sinn zu Freiwild. Die Installation ‚Schwule Sau‘ am Wiener Morzinplatz zeigt schon Spuren von Vandalismus gegen dieses Nachdenkprojekt“, ergänzt HOSI-Geschäftsführer Gernot Wartner.

    Die HOSI Linz würde sich daher auf allen föderalen Ebenen von der Politik mehr ideelle und materielle Unterstützung für ihre ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeit wünschen, so Wartner abschließend.

    Für die HOSI Linz
    gez. Dr. Rainer Bartel, Vereinssprecher
    gez. Gernot Wartner, Vorstandsgeschäftsführer

  • Video: “Nichts ist so wie es scheint”

    Video: “Nichts ist so wie es scheint”

    Passgenau zu unserem 31. Geburtstag haben uns Jugendliche aus den oberösterreichischen Gemeinden St. Marien, Niederneukirchen und Kematen an der Krems ein selbstgestaltetes Video übermittelt: http://youtu.be/NAe54EALZC8

    Nach einer von uns gestalteten Kick-off-Workshop haben Marc, Anna, Lisa, Stefanie, Oliver, Fabian, Sara, Leonie, Marc, Ulli, Willi, Isolde, Sascha, Anita und Raphi zusammen mit dem Produktionsteam Juli, Resi, Sascha und Markus von der Jugendinitiative NISWES “Nichts ist so wie es scheint” und unter Begleitung von Markus Luger dieses Video gedreht! Wir freuen uns und gratulieren zu diesem erfolgreichen Projekt!

    Mehr Infos dazu: https://www.facebook.com/pages/Niswes-Nichts-ist-so-wie-es-scheint/141837732676801

  • HOSI Linz zum Tod von Peter Schieder

    HOSI Linz zum Tod von Peter Schieder

    Tief betroffen

    Linz (HOSI): Mit dem Tod von Dr. Peter Schieder verliert die österreichische Lesben- und Schwulenbewegung einen leidenschaftlichen Verfechter und Vorkämpfer für die rechtliche Gleichstellung.

    Mit Dr. Peter Schieder ist ein leidenschaftlicher Verfechter der rechtlichen Gleichstellung von Lesben und Schwulen In Österreich von uns gegangen. Bereits als junger Nationalratsabgeordneter war er maßgeblich an der Aufhebung des Totalverbots homosexueller Kontakte im Jahre 1971 beteiligt und auch bei seiner Antrittsrede als Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates erklärte er dieses Anliegen zu einer seiner obersten Ziele.

    „Immer wieder, sein ganzes Leben lang, hat sich Peter Schieder für die Rechte sexueller Minderheiten eingesetzt, wie kaum andere Politikerinnen und Politiker in Österreich. Mit seinem Engagement hat er vieles erreicht und war in manchen Fragen seiner Zeit weit voraus. Wären alle Politikerinnen und Politiker so mutig und konsequent wie Peter Schieder, wäre unsere Gesellschaft ein deutliches Stück weit gerechter, lebenswerter und jedenfalls wesentlich weniger diskriminierend. Wir sind von seinem Ableben tief betroffen“, würdigt namens des Vorstands der HOSI Linz Vorstandsgeschäftsführer Gernot Wartner die Lebensleistung des Verstorbenen.

    Für die HOSI Linz
    gez. Gernot Wartner, Vorstandsgeschäftsführer

    Linz, den 12.10.2013

    Foto: Zinner/SPÖ

  • Internationaler Coming-Out Day: „Come on, come out!“

    Internationaler Coming-Out Day: „Come on, come out!“

    HOSI Linz ermutigt: „Come on, come out!“

    Linz (HOSI): Zum Internationalen Coming-Out Day ruft die HOSI Linz auf, das eigene Leben zu leben. „Sich ja nicht in eine Schablone pressen lassen! Das geht früher der später ins Auge“, heißt es in der HOSI.

    „Je mehr Lesben und Schwule ihre Identität nicht ängstlich und krampfhaft verstecken, desto einfacher ist es, das eigene Leben gleichgeschlechtlich, aber eben auch ganz normal und zufrieden in der Gesellschaft zu leben. Das leuchtet ein, wird doch die Gruppe der Lesben und Schwulen sichtbarer und damit stärker und selbstbewusster. Auch gibt es dann viel mehr Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, mit Vorbild- und Identifikationswirkung, etwa in Kultur und Politik, Sport und Wissenschaft“, gibt sich Vorstandsgeschäftsführer Gernot Wartner überzeugt.

    „Freilich ist für jede und jeden der Schritt, zu sich selbst zu stehen, um damit mit beiden Beinen fest in der Gesellschaft zu stehen, oft ein schwerer. Doch er lohnt sich! Jede Reise muss mit dem ersten Schritt beginnen, dann kann sie faszinierend werden“, weiß Rainer Bartel als Leiter der Beratungsgruppe der HOSI Linz und ergänzt: „Allerdings tut es gut, sich vorher mit einem Berater oder einer Beraterin der HOSI Linz darüber auszusprechen. Sich für alle Fälle gut vorzubereiten, schadet nie, denn wenn aus dem Coming Out ein Going Public wird, gibt es in rund einem von zehn Fällen Schwierigkeiten, die zu meistern sind.“

    Während Coming Out als innere Angelegenheit das Annehmen der eigenen Sexualität für sich selbst ist, sprechen wir von Going Public oder äußerem Coming Out, wenn sich ein Mensch mit seiner gleichgeschlechtlichen Orientierung seinen Mitmenschen entdeckt. „Sicherlich ist es meist übereilt, seine Homosexualität mit einem Mal allen Menschen zugleich mitzuteilen. Gegen etwaige seelische Verletzungen sollte die Lesbe oder der Schwule schon gewappnet sein. Das bedarf eines überlegten Vorgehens, wie er oder sie das am besten tut“, erklärte Bartel, der seit 1994 in der HOSI Beratung anbietet.

    „Out of the closet and into the streets!“, war ein Slogan der lesbisch/schwulen Emanzipationsbewegung ab den späten 1960ern. Das Versteckspiel mit seiner oder ihrer homosexuellen Orientierung in Gesellschaft wird bildlich als ein sich Einsperren in einem Schrank („closet“) gesehen. „Aus Erfahrung kann ich nur davor warnen, sich als Lesbe oder Schwuler in einen solchen Schrank zu sperren, insbesondere wenn jemand verleitet ist, zum Zweck eines vifen Versteckspiels sogar zu heiraten und Kinder zu zeugen. Homosexualität lässt sich auf die Dauer nicht unterdrücken, sie bricht sich über kurz oder lang ihre Bahn“, erklärt Rainer Bartel.

    „Wenn die Politik ihrer staats- und gesellschaftspolitischen Aufgabe gut nachkommen will, soll sie den Organisationen der lesbisch/schwulen Community sowohl finanzielle Unterstützung zuteilwerden lassen, und muss auch ideell ganz unzweifelhaft hinter der Bewegung stehen“, ergänzt Wartner. „Deshalb ist es so nötig, dass die HOSI Linz rasch wieder einen Beratungsraum zur Verfügung hat, damit diskrete, vertrauliche Gespräche zum Coming Out und Going Public nicht mehr in Kaffeehäusern abgehalten werden müssen“, schließt Bartel aus der Sicht der Beratung.

    Für die HOSI Linz

    gez. Dr. Rainer Bartel, Vereinssprecher

    Linz, den 10.10.2013

  • Kein Homosexueller auf’s Schafott!

    Kein Homosexueller auf’s Schafott!

    HOSI Linz erinnert: 10. Oktober – Tag gegen die Todesstrafe

    Linz (HOSI): „Pas d‘homo à l’échafaud!“ ist eine Kampagne der französischen Organisation gegen die Todesstrafe „Ensemble contre la peine de mort“. Die HOSI Linz unterstreicht anlässlich des Internationalen Tags gegen die Todesstrafe die Bedeutung dieser Initiative.

    „Kein Homosexueller auf‘s Schafott!“ wäre endlich einmal ein wichtiger Schwerpunkt, der im generellen Kampf gegen die Todesstrafe zu setzen wäre. Der Iran, Jemen, Mauretanien, Nigeria, Saudiarabien, die somalischen Sharia-Gebiete und der Sudan: Diese Länder drohen den Schwulen und teils auch den Lesben mit der Todesstrafe und schrecken vor ihrer Vollziehung nicht zurück – meist durch Steinigen oder Erhängen.

    todesstrafe_amnesty

    (Grafik: amnesty international)

    „Die Stille, die um diese skandalösen Staatspraktiken herrscht, ist bedrückend“, erklärt HOSI-Vereinssprecher Rainer Bartel. Gemeint ist die diplomatische und politische Schweigsamkeit, die sowohl im staatlichen als auch im privaten Bereich festzustellen ist, wenn es um Leib und Leben von gleichgeschlechtlich Liebenden auf der Welt geht. „Es stünde der Republik Österreich und ihren Vertretungen gut an, einmal die Stimme zu erheben und nicht müde zu werden, die unmenschlichen und grausamen Versuche zur Ausmerzung von Homosexualität anzuprangern“, so Bartel.

    Freilich gibt es in Europa die Todesstrafe nicht mehr, und schon längst nicht mehr für freiwillige Sexualität zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern oder Partnerinnen. Doch will sich die HOSI Linz damit nicht zufriedengeben. Abgesehen von der internationalen Solidarität, die die verfolgten und mit Todesstrafe bedrohten Lesben und Schwulen wahrlich verdienen, zeigen sich sogar in Europa Tendenzen, die leider in eine ähnliche Richtung gehen.

    „Denken wir nur an Länder Ost- und Südeuropas, wo die Polizei nicht willens oder fähig ist, Kundgebungen von Lesben, Schwulen und mit ihnen solidarischen Menschen vor extremistischen Übergriffen zu schützen! Die Politik neigt zwar mitunter dazu, solche Veranstaltungen erst gar nicht zu genehmigen. Doch das ist der falsche Ansatz. Der Staat beugt sich dem Druck der Straße und macht homosexuelle Mitmenschen gleichsam zum Freiwild für Intoleranz und Angriffe auf Gesundheit und Leben. Denn selbst wenn solche „Gay Pride“-Paraden verboten werden, wird dadurch ein Signal gesetzt, dass in versteckteren Bereichen ebenfalls Übergriffe zu erwarten sind, aber nicht verhindert werden. Die Polizei tut sich dabei oft nicht durch besonderen Eifer hervor“, prangert Bartel an. Immerhin nehmen Angreifer in Kauf, dass Lesben und Schwule dadurch körperlich und seelisch zu Schaden kommen, was letztlich beides auch tödlich für sie enden kann.

    Für die HOSI Linz

    gez. Dr. Rainer Bartel, Vereinssprecher

    Linz, den 09.10.2013

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