Autor: admin

  • PRIDE Nr. 202 / Oktober

    PRIDE Nr. 202 / Oktober

    Befreiter Regenbogen

    Die Oktoberausgabe des PRIDE Magazins seht ganz im Zeichen von Toleranz:

    Zuerst einmal die gute Nachricht: Mit dem Gedenk­projekt „diskriminiert+“ gedenkt die österreichische Justiz erstmals der queerer Opfern der Verfolgung in der Zweiten Republik. Gemeinsam mit Vertreter*innen der LGBTIQ* Community wurden eine sichtbare Gedenkmöglichkeit und eine digitale Gedenkplattform entwickelt und umgesetzt. Ein wahrlich einzigartiges Projekt, initiiert von Noch- Justizministerin Alma Zadić, ein Projekt das zeigt, wie wichtige weltoffene Politiker*innen in Entscheidungspositionen sind.

    Das leitet jetzt folgerichtig zum weiteren Schwerpunkt dieser PRIDE-Ausgabe weiter, den Auswirkungen der Nationalratswahlen – besonders für die queere Community. Nach dem Motto „Keine Toleranz für Intoleranz!“ warnen wir vor den demokratiefeindlichen Kräften, die viele der bisherigen Errungenschaften wieder rückgängig machen könnten. Dass damit die jetzt schon bestehenden Übergriffe auf queere Organisationen und Menschen stärken zunehmen werden, ist dann eine weitere Folge.

    Es gibt aber auch positive Ereignisse, wie das 45. Jubiläum der HOSI Wien, oder neue Beratungsangebote in Linz, aber auch spannende und themenübergreifende Ausstellungen in Salzburg und Wien.

    Es bleiben spannende Zeiten, wir berichten weiterhin.

    Mehr Infos zum PRIDE Magazin: www.pride.at

  • PRIDE Nr. 197 / Dezember 2023

    PRIDE Nr. 197 / Dezember 2023

    Aufarbeiten und Gedenken

    Rehabilitierung, Gedenkkultur, Aufarbeitung und Entschädigung – viele große Themen, die aber leider noch immer aktuell sind. Jährlich zum Befreiungstag des ehemaligen KZ Mauthausen im Mai und zum Menschenrechtstag am 10.12. werden der homosexuellen Opfer des NS Regimes gedacht. Nach der Entschuldigung von Justizministerin Alma Zadić 2020 erfolgt jetzt ein Durchbruch für die Entschädigung und Rehabilitierung der homo­phoben Verurteilungen nach 1945. Wie bei vielen anderen späten gesetzlichen Entscheidungen sind viele der Menschen, die davon betroffen sind, in einem Alter, in dem sie damit nichts mehr zu tun haben wollen oder bereits verstorben sind. Aber es ist ein wichtiger Schritt, der leider zu spät kommt und der bewusst macht, dass nur durch konsequentes Einfordern der queeren Bewegung die Politik zu Entscheidungen gebracht werden kann. Die Aufarbeitung von Verfolgung in Linz wird zumindest jetzt gestartet. Wie wichtig das Wissen über Vergangenes ist, zeigen die homophoben neuen Gesetze in vielen Ländern, aber auch die hetzerischen Fake News von politischen Gruppierungen, die im Jahr 2023 in unserem Land politischen Einfluss haben. Wir berichten darüber in dieser Ausgabe des PRIDE Magazins und werden noch mehr Hintergrundinfos in den nächsten Ausgaben aufzeigen.

    Die Redaktion wünscht unseren Leser*innen angenehme Feiertage – und arbeiten wir auch 2024 daran, die Welt diverser zu machen.

    Mit bewegten Grüßen
    Gerhard Niederleuthner

  • Bischof Laun ist Elchtest für Toleranz und Nervenstärke

    Bischof Laun ist Elchtest für Toleranz und Nervenstärke

    Meinungsfreiheit, die zu weit geht

    Die HOSI Linz hatte gehofft, dass generelle Verächtlichmachungen, wie sie der Verhetzungsparagraf des Strafrechts verbietet, auch gegen Homosexuelle verboten würden. Dazu hat sich aber der Gesetzgeber, trotz Drängens der HOSI Linz und anderer Organisationen, hierzulande noch immer nicht durchringen können. Nun bekommen wir die Rechnung präsentiert: einen harten Test auf Toleranz und Nervenstärke.

    Linz (HOSI): „Vieles soll in der Meinungsfreiheit Platz finden, aber nicht alles! Haltlose Behauptungen entgegenzutreten, die eine ganze Bevölkerungsgruppe zumindest diskreditieren, ist unsere Aufgabe als HOSI. Andererseits fragen wir uns immer wieder, ob wir hirnrissigen Behauptungen überhaupt Beachtung und noch mehr Öffentlichkeit schenken sollen“, führt der Vereinssprecher der HOSI Linz, Rainer Bartel, aus.

    „Ein Anlass wie der aktuelle Laun-Sager, der Homosexuellen pauschal eine höhere Neigung zum Kinderschänden attestiert, zeigt uns aber auch ganz allgemein einige wichtige Unzulänglichkeiten auf. Das Fehlen eines strafrechtlichen Verhetzungsschutzes für Homosexuelle ist schmerzlich und durch nichts zu rechtfertigen, sondern gesellschaftspolitisch kontraproduktiv. Besonderes Gewicht kommt einem notorischen Diskreditierer wie Weihbischof Andreas Laun deshalb zu, weil sein kirchliches Amt und seine Position als Akademiker ihm in weiten Teilen der Bevölkerung eine moralische und akademische Glaubwürdigkeit zukommen lassen, die ihm tatsächlich nicht zukommt – nicht in der gegenständlichen Frage. Laun befindet sich im Widerspruch zur ernstzunehmenden, will heißen von der Kirche unabhängigen Wissenschaft“, erklärt Bartel.

    „Wir fordern aus Anlass der jüngsten Ausfälle Launs erneut eine Ausdehnung des strafgesetzlichen Verhetzungsschutzes auf die Gruppe der Lesben und Schwulen. Es ist ganz schön nervig, diesen Blödsinn immer wieder hören zu müssen, aber das Bedenklichste dabei ist, dass durch Stimmungsmache à la Laun Homosexuelle in ihrer Persönlichkeitsentfaltung geschädigt werden und auch ihre Umwelt wieder ein Stück homophober wird. Hier wird für uns klar die Grenze der legitimen Meinungsfreiheit überschritten. Also müssen und wollen wir laut aufschreien. Schließlich wollen wir keine US-Verhältnisse, wo die evangelikalen Kirchen die Gesellschaftspolitik des Staates erheblich mitsteuern“, so Bartel abschließend.

    Für die HOSI Linz

    gez. Dr. Rainer Bartel, Vereinssprecher

    Linz, den 07.05.2014

  • HOSI Linz begrüßt Diskussionsvorstöße in der ÖVP

    HOSI Linz begrüßt Diskussionsvorstöße in der ÖVP

    Durchs Reden kommen die Leute zusammen

    Die HOSI Linz beurteilt die Hartnäckigkeit der Diskussion in der ÖVP über die Rechte der Lesben und Schwulen als ernst zu nehmendes Zeichen für inhaltliche Anliegen und ist vorerst positiv gestimmt.Linz (HOSI): Seit dem Vorstoß Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechters für die Fremdkindadoption vergeht kaum ein Tag, an dem sich nicht FunktionärInnen und MandatarInnen der ÖVP zur Frage der Gleichstellung von Lesben und Schwulen zu Wort melden. Die HOSI Linz zeigt sich erfreut und hofft auf eine tatsächliche Öffnung der ÖVP.

    Dass Homosexuelle nach der Verpartnerung keinen gemeinsamen Familiennamen tragen dürfen, sei „eine unnötige Kränkung“. Auch sollte man der Symbolik wegen die Verpartnerung in einem Standesamt ermöglichen. Das meinte zuletzt ausgerechnet Andreas Khol, Chef des ÖVP-Seniorenbunds und ausgewiesener Vertreter des konservativen Lagers in der ÖVP. Seit Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter die Fremdkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare angestoßen hat, kommt die ÖVP nicht mehr zur Ruhe. Familienministerin Sophie Karmasin ist ebenfalls für gesetzliche Änderungen und auch Justizminister Wolfgang Brandstetter und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner betonten, sie könnten sich eine solche Novelle „gut vorstellen“. Ist das jetzt ein Zeichen der Öffnung der ÖVP?

    „Wir sehen diese Signale durchaus positiv. Aber dass sich die ÖVP nun leichter mit einem Thema tut, das ihr jahrelang schwergefallen ist, können wir noch nicht glauben. Nach aller bisherigen Erfahrung muss uns die ÖVP schon davon durch Taten überzeugen“, erklärt Vereinssprecher Rainer Bartel. „Die momentane Bewegung ist vermutlich dadurch zu erklären, dass die ÖVP einsehe, dass der Gesetzgeber der jüngeren Judikatur von Verfassungsgerichtshof (VfGH) und Menschenrechtsgerichtshof (EGMR) nachkommen müsse. Bisher hat es die ÖVP ja immer erst auf ganz konkrete Urteile ankommen lassen.“ Auch sagte noch 2008 Vizekanzler Michael Spindelegger – damals noch Zweiter Nationalratspräsident: „Es ist ja so, dass im Standesamt zur schönen Jahreszeit besonders gern geheiratet wird – das führt automatisch zum Kontakt zwischen heterosexuellen und homosexuellen Paaren. Ob das so gut ist, sei dahingestellt.“

    Und noch 2009 wurde in das neue Partnerschaftsgesetz jede Menge Diskriminierungen durch die ÖVP hineinreklamiert: Keine Zeremonie, kein Familienname. EineR der PartnerInnen darf den Namen der/des anderen zusätzlich führen, aber ohne Bindestrich zwischen den Nachnamen – insgesamt rund 70 solcher Diskriminierungen listete das Rechtskomitee Lambda daraufhin auf. Karmasins Vorstoß ist auch laut ihr selbst nicht mit Spindelegger abgesprochen. „Dennoch freuen wir uns über die Debatte in der ÖVP. Das gibt unseren Bemühungen, das Thema immer wieder zur Debatte zu stellen, Recht. Durchs Reden kommen bekanntlich die Leute zusammen. Sobald ein Thema am Laufen ist, wird auch die Kluft zwischen dem Anspruch auf Humanität und dem Zustand der Inhumanität umso deutlicher. Da und dort modernere gesellschaftspolitische Ansätze werden der ÖVP gewiss nicht schaden, sondern, so vermuten wir, sogar nützen. Zulange hat sich die ÖVP in starrer Verweigerungshaltung geübt. Wir sehen gegenwärtig einen längst fälligen Diskurs, der der ÖVP gut ansteht. Wir hoffen allerdings, dass es nicht nur bei einer parteiinternen Debatte bleibt. Das Reden mit Lesben und Schwulen soll das bloße Redens über sie ergänzen. Dann könnte die Debatte schon bald in konkrete gesellschaftspolitische Initiativen münden. Immerhin haben homosexuelle Menschen in Österreich schon viel zu lange auf die vollständige Gleichstellung und die völlige Gültigkeit europäischer und internationaler Menschenrechtsstandards gewartet. Es ist ja keine Marotte von uns, sondern die Geltendmachung des Anspruchs auf längst erworbene Grundrechte, deren Umsetzung in die Praxis noch hapert“, so Bartel abschließend.

    Für die HOSI Linz
    gez. Dr. Rainer Bartel, Vereinssprecher

    Linz, den 08.04.2014

  • HOSI Linz hat wieder ein Vereinslokal

    HOSI Linz hat wieder ein Vereinslokal

    Phoenix aus der Asche

    Die HOSI Linz eröffnet nach über einem Jahr Postfachadresse endlich wieder eigene Räumlichkeiten

    Linz (HOSI): Das neue Vereinslokal im Tiefparterre der Goethestraße 51 erscheint sehr beengt und bescheiden. Doch die neue, erzwungene Bescheidenheit hat auch Positives erzeugt. „Die HOSI war fast bei null angelangt. Gerade deshalb herrscht nun Aufbruchsstimmung in der HOSI Linz und beflügelt Aktivisten und Aktivistinnen. Ein neues Selbstbewusstsein hat eingesetzt. Es wird von unserer Fähigkeit getragen, notfalls auch ohne Unterstützung der Stadt überleben und weiter-wirken zu können. Nichts zu bekommen bedeutet auch, nicht abhängig zu sein“, erklärt Vereins-sprecher Rainer Bartel.

    „Sowohl die Beratung als auch ihr Klientel sind froh darüber, dass es endlich wieder eine nicht-virtuelle, reale Anlaufstelle für die lesbisch-schwule Community in Oberösterreich auch abseits der Kommerzangebote geben wird. Es gab tatsächlich Klientinnen und Klienten, die eine Beratung im Winkel eines Kaffeehauses abgelehnt haben. Das ist durchaus verständlich, aber nun vorbei – obwohl der kleine Raum kein eigener Beratungsraum ist und an Franz Kafkas Der Prozess erinnern mag. Immerhin ist es etwas Eigenes und besser als nichts“, meint Rainer Bartel, der auch als Leiter der Beratung fungiert.

    Unter der Obdachlosigkeit hat die Kommunikation des Vereins zu seinen Zielgruppen generell gelitten: „Es gab seit dem Auszug aus dem HOSI-Haus Ende 2012 keinen räumlichen Kristallisationspunkt der Aktivitäten. Auch die verstreuten Lagerstätten für Archiv, Mediathek und restliches Inventar waren sehr hinderlich. Unsere zeitraubende Hauptaufgabe war es im letzten Jahr, endlich wieder eine Infrastrukturbasis unter die Füße zu bekommen“, weiß Vorstandsgeschäftsführer Gernot Wartner aus seiner Erfahrung. „Allein im Web2.0 und in den wenigen Szenelokalen präsent zu sein, ist für die Aufgabenstellungen der HOSI Linz – Information, Beratung, Kommunikation – eindeutig zu wenig. Andererseits ist es recht hart, den Aufwand dafür selbst aufbringen zu müssen. Das bindet Zeit und braucht Kraft und Nerven“, so Wartner.

    Der neue Vorstand, der seit einem halben Jahr amtiert, ist von der Solidarität der FreundInnen der HOSI und vom Engagement ihrer AktivistInnen positiv überrascht. „Das zeigt uns, dass bei Lesben und Schwulen heute immer noch ein großer Bedarf an Information, Beratung und sozialer Integration besteht. Die Leute wollen offenbar eine feste und starke Institution, an die sie sich bei verschiedensten Problemen vertrauensvoll wenden können: vor allem Coming-Out-Schwierigkeiten, Einsamkeit oder rechtliche Fragen über Diskriminierung und Antidiskriminierung. Die Probleme, die Lesben und Schwule mit ihrer Umwelt haben, haben sich etwas verschoben, von legaler Diskriminierung und offenen Anfeindungen, die es auch heute noch gibt, hin zur indirekten Diskriminierung hinter einem vorgeschobenen Grund oder zur subtileren Verächtlichmachung. Die Grundproblematik bleibt, und im einen oder anderen Fall muss ein angstfreies Leben immer noch aufwändig erstritten werden, auch wenn die Rahmenbedingungen tendenziell besser werden“, weiß Gernot Wartner.

    „Es ist schon eigenartig, wenn sich eine Stadt zur Vielfalt in jeder Hinsicht bekennt und dennoch zur HOSI Linz keine steten, unbelasteten Beziehungen unterhält – geschweige denn, dass die HOSI Linz noch Subventionen erhielte. Freilich muss die Stadt Linz sparen, aber bei uns auf null Komma null runterzufahren, ist schon bitter und unverständlich. Und das maßgeschneiderte frühere HOSI-Haus erfüllt offenbar keinen seiner Funktionalität entsprechenden Zweck mehr – und das ist wohl etwa so teuer wie zu Zeiten der Nutzung durch die HOSI. Doch auch das Land macht uns das Arbeiten nicht leicht, obwohl es sich als tolerant darstellt. Da kritisieren wir den Landeshauptmann zuweilen, wie es ggf. unsere Aufgabe ist, etwa weil er sich vehement gegen Gleichstellung ausspricht, und sofort verspüren wir Gegenwind“, zeigt sich Bartel irritiert.

    „Wir würden uns von den staatlichen Stellen aller Ebenen mehr Professionalität und Statesmanship, soziales Gespür und Beziehungsmarketing wünschen. Vielleicht können wir durch unsere guten Leistungen die uns entgegengebrachte Skepsis und Reservation ja wieder überwinden. Das neue kleine Vereinslokal ist ein guter Ausgangspunkt für eine neue Ära. Wir haben ja aus eigener Kraft aus einem feuchten Kellerlokal ein heimeligeres Kommunikations-zentrum gemacht und selbst in der kritischen Zwischenzeit unsere Leistungen bestmöglich erbracht: gemeinnützig und ehrenamtlich – und von offizieller Seite unbedankt“, schließt Vorstandsgeschäftsführer Gernot Wartner.

    Für die HOSI Linz

    gez. Dr. Rainer Bartel, Vereinssprecher

    Linz, den 08.03.2014

    Eröffnung des neuen HOSI Zentrums, 08. März 2014
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    Baustellenpartys:
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