Kategorie: Presseaussendungen

  • So queer war das Parlament noch nie!

    So queer war das Parlament noch nie!

    ÖSTERREICH / NATIONALRAT / HOSI LINZ / STEINMETZ

    Mit der Angelobung in der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Nationalrats wird mit der XXVII. Gesetzgebungsperiode das Parlament das queerste, das es in Österreich je gegeben hat.

    Nico Marchetti (ÖVP), Ewa Ernst-Dziedzic, Faika El-Nagashi und David Stögmüller (alle Grüne), sowie Yannick Shetty (NEOS) werden, je nachdem, wie stark ihre innerparteiliche Position ist, die Anliegen der sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten vertreten. Zudem kehrt Marco Schreuder (Grüne) für Wien in den Bundesrat zurück.

    Für die HOSI Linz ist das ein schönes Signal an die Wählerinnen und Wähler der LGBTIQ*-Community und gibt Anlass für Hoffnung auf überparteiliche Regenbogen-Initiativen. “Initiativen gegen homo- und transphobe Gewalt, für die Selbstbestimmung von intergeschlechtlichen und Trans*-Personen, für Vielfalt in Schule und Bildung, für das längst fällige Levelling-Up beim Diskriminierungsschutz – es gibt zahlreiche Projekte für die Community, die dringend angegangen werden sollten und die eine breite parlamentarische Unterstützung bräuchten“, so Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz.

    Umso bedauerlicher sei, dass ausgerechnet die SPÖ im neuen Nationalrat keine queere Stimme mehr hat. Mario Lindner, SoHo-Bundesvorsitzender und bis jetzt SPÖ-Gleichstellungssprecher, wird nicht mehr Ansprechpartner und Vertreter für die Anliegen sexueller und geschlechtlicher Minderheiten im Nationalrat sein. Stattdessen bleibt mit Thomas Drozda ein eher erfolgloser Parteimanager im Parlament. Zwei Jahre gute Arbeit für die Community würden nun in der SPÖ nicht mehr fortgesetzt, denn zu Lindners Leistungen in den letzten zwei Jahren sind unter anderem ohne Zweifel das Verbot von Konversionstherapien an Minderjährigen oder die Öffnung der Ehe für binationale gleichgeschlechtliche Paare zu zählen.

    “Wenn Grüne und NEOS bei wesentlich weniger Mandaten schon vier Abgeordnete aus der LGBTIQ*-Community haben und selbst die ÖVP einen offen schwul lebenden Abgeordneten hat, ist es für mich unverständlich, dass die SPÖ es offenbar schafft, gut und gerne zehn Prozent der Bevölkerung völlig zu ignorieren“, ärgert sich Steinmetz.

    “Die LGBTIQ*-Community wird die Sozialdemokratie jetzt sehr genau beobachten und vor allem an ihren Taten messen. Wir werden ja sehen, wie ernst es der SPÖ mit ihrem Grundwert der Gleichheit und der Solidarität mit der LGBTIQ*-Community ist, wenn die anderen Parteien Initiative für die LGBTIQ*-Community ergreifen. Und mittelfristig erwarten wir uns schon von der SPÖ, dass sie auch eine*n Ansprechpartner*in aus der Community im Nationalrat hat”, kündigt Steinmetz an.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 22.10.2019

  • Unbelehrbar

    Unbelehrbar

    ÖVP und FPÖ marschieren unbeirrbar weiter zurück ins bildungspolitische Mittelalter.

    ÖVP und FPÖ haben noch im Juli im Nationalrat ein Verbot der Einbeziehung externer Fachkräfte an Schulen für die sexualpädagogische Bildung beschlossen. Die Grünen OÖ beantragten daraufhin, der Oö. Landtag solle die Landesregierung auffordern, bei der neuen Bundesregie-rung Druck zu machen, dieses Verbot nicht umzusetzen. Dann könnten weiter externe Fachkräfte und Vereine in den sexualpädagogischen Aufklärungsunterricht an Schulen eingebunden werden. Allerdings wurde der Antrag an einen Ausschuss zugewiesen und dort umgehend und einmütig von ÖVP und FPÖ abgelehnt, ohne jedwede Bereitschaft zu einer inhaltlichen Debatte.

    „Der Ausschluss von externen Fachkräften und Vereinen, wie der HOSI Linz, aus dem Aufklärungsunterricht ist ein enormer pädagogischer Rückschritt. Die Einbeziehung einer externen Expertise ist eine wichtige Säule in einer ganzheitlichen Sexualerziehung und eine wertvolle Ergänzung zur Arbeit im Unterricht, die auch von Pädagoginnen und Pädagogen gefordert wird. Die vielen Anfragen allein an unsere Einrichtung durch Lehrpersonen und Schulen zeigt deutlich, dass diese Arbeit in den Bildungseinrichtungen in hohem Maße geschätzt wird“, so Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz, der selbst mehrmals im Jahr sexualpädagogische Aufklärungsworkshops an Schulen durchführt.

    Die HOSI Linz bietet seit über 30 Jahren sexualpädagogische Workshops an und hat sich in dieser Zeit viel Knowhow angeeignet. Dies ist auch von der Stadt Linz anerkannt, wo die HOSI Linz auch in das städtische sexualpädagogische Programm “Linz talks about love and sex” einbezogen ist.

    „Wir fordern, dass auch weiterhin externe Fachkräfte bzw. Vereine in den sexualpädagogischen Aufklärungsunterricht an Schulen eingebunden werden können. Immerhin haben sich bereits zahlreiche Expert*innen, Fachstellen und mehr als 100 Organisationen im Bereich Sexualpädagogik, Kinderschutz und Missbrauchsprävention gegen dieses Verbot ausgesprochen. Alleine bei ÖVP und FPÖ ist diese Erkenntnis noch nicht angelangt – sie marschieren lieber unbeirrbar weiter zurück ins bildungspolitische Mittelalter! Pädagogisch sinnvolle Sexualaufklärung ist mehr als ein anatomisches Schaubild der Geschlechtsorgane, Sexualität ist mehr als ein Vortrag über das Bestäuben der Blumen durch Bienen”, so Steinmetz verärgert.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 09.10.2019

  • Queer Voting

    Queer Voting

    Vor den Wahlen zum Nationalrat lud die HOSI Linz Vertreter*innen der bundesweit kandidierenden Parteien zu einem Podiumsgespräch ins HOSI-Zentrum ein – zum ersten Mal in die Schillerstraße 49.

    Der Liste Jetzt (Peter Pilz) war die Einladung anscheinend keine Antwort wert. Die ÖVP ließ sich angesichts der Sondersitzung des Nationalrats kurzfristig entschuldigen; offenbar waren alle ÖVP-Kandidat*innen bereits parlamentarisch beschäftigt und kein*e einzige*r für die Vorwahldiskussion verfügbar. Lena Hinterhölzl von der Liste Wandel, war kurzfristig erkrankt und daher ohne Vertretung geblieben.

    Im Wesentlichen kamen auch die Parteipositionen klar heraus. Bei den Parteien SPÖ, Neos und Grüne zeigte sich, wie in jüngerer Wahlvergangenheit schon oft, die grundsätzliche Einigkeit in Richtung entschlossener Gleichberechtigung der LGBTIQ* mit den Heteros: mit Priorität auf das gesetzliche Levelling-up (die Gleichberechtigung durch Nachbesserung im Antidiskriminierungsrecht, eben kein unterschiedlicher Diskriminierungsschutz für verschiedene Gesellschaftsgruppen). Dennoch versuchten die Kandidat*innen, jeweils besondere Akzente zu setzen.

    Henrike Brandstötter (Neos), Publizistin und Medienexpertin, sah sich, von der allzu konservativen ÖVP kommend, bei den Neos bestens angekommen, weil sie Intoleranz und Ungerechtigkeiten nicht mag. Sie verriet gleich im ersten Satz charmant, sie sei das B in LGBTIQ*. Ihren ersten Schwerpunkt im Nationalrat würde sie damit setzen wollen, das rigide Blutspendeverbot speziell für schwule Männer zu Fall zu bringen.

    Als Vertreterin des sondersitzungsbedingt entschuldigten Nationalrats Mario Lindner repräsentierte Camila Garfias die SPÖ. Die ehemalige ÖH-Vorsitzende der Uni Wien ist immerhin die erste österreichische Präsidentin des europaweiten LGBTIQ*-Dachverbands „Rainbow Rose“. Ja, es brauche und gebe schon role models (gesellschaftliche Vorbilder), welche die Vielfalt zur Normalität machen und auch ihr, ihrer Freundin und allen LGBTIQ* das Leben wie selbstverständlich noch schöner machen.

    Bundesrat Michael Schilchegger ist Rechtsanwalt und vertrat die FPÖ für die Landtagsabgeordnete Anita Neubauer. Er argumentierte ruhig, räumte ein, die eine oder andere LGBTIQ*-Materie nicht im Detail zu kennen. Grundsätzlich tue er sich wie seine Partei mit Antidiskriminierungsgesetzen nicht leicht, da er auch die andere Seite sieht: Diese dürfe insofern nicht gesetzlich diskriminiert werden, als sie beweisen müsste, nicht diskriminiert zu haben. Und die Privatsphäre sei durch das Strafgesetz relativ streng geschützt, das man aber verschärfen könne.

    Die Alternative Listen, KPÖ Plus, Linke und Unabhängige – kurz die KPÖ – vertrat der oö. Spitzenkandidat Daniel Steiner selbst, Sozialbetreuer und gestandener Betriebsrat, sehr authentisch. Er hätte zwar noch keine eingespielten Kontakte in die LGBTIQ*-Community, könne aber Ungleichbehandlungen nach sexuellen Merkmalen (mit Blick auch auf die NS-Vergangenheit) nicht aushalten. So wird er sich bei einem Einzug ins Parlament selbstverständlich solidarisch zeigen und netzwerken.

    David Stögmüller, Bundesrat der Grünen, Ex-Sanitäter des ÖRK OÖ und Student der Politikwissenschaften, hielt es für gut, wenn Politiker*innen auch einmal einen „Zivilberuf“ ausüben, sich nicht zeitlebens der Berufspolitik verschreiben. Er will das Levelling-up endlich verwirklichen, damit es seinem Freund und ihm nicht mehr passieren könne, wegen sexueller Orientierung aus dem Taxi geworfen zu werden. Sein erster Schwerpunkt im Nationalrat soll dem Ziel gelten, dass Transfrauen* in allen Frauenhäusern Zuflucht finden können.

    Die große Abschlussfrage, was gegen die LGBTIQ*-Phobie, die trotz einer mit deutlicher Mehrheit sich grundsätzlich als akzeptant zeigenden Bevölkerung immer wieder aufflackert, unternommen werden könne und solle, bescherte – bis auf die FPÖ (es solle keine Werbung für bestimmte Lebensentwürfe gemacht werden) die Einigkeit, dass sachgerechte Bildung das Schlüsselwort dazu sei. In der Publikumsdiskussion richtete sich eine sehr authentische Wortmeldung an den FPÖ-Politiker: Haben Sie vor uns Angst? Was nehmen Ihnen die LGBTIQ*s denn weg? (Nichts, natürlich, war die Antwort).

    Dass der an diesem Tag von der FPÖ-Fraktion im Nationalrat eingebrachte Antrag auf Wiederabschaffung der Ehe für alle nicht Thema wurde, lag daran, dass dies erst am späten Abend bekannt wurde. Bundesrat Schilchegger hätte aber auch dafür sicher eine gelassene Antwort parat gehabt.

    Angesichts dessen resümiert der Vereinssprecher der HOSI Linz, Richard Steinmetz: „Neben all den vielen Gründen, eine Partei zu wählen oder nicht zu wählen – seien es nun gesundheits-politische Ansichten oder bildungspolitische -, sind für mich als schwulen Mann auch die Haltungen der Parteien zu LGBTIQ*-Themen wichtig und teilweise auch ausschlaggebend. Nach dem unglaublichen Vorstoß der FPÖ, die Ehe für alle wieder abschaffen zu wollen, ist meiner Ansicht nach die FPÖ für die LGBTIQ*-Community jedenfalls nicht wählbar. Und die ÖVP, neu oder nicht, hat die Anliegen der LGBTIQ*-Community seit jeher blockiert und die politische Arbeit den Höchstgerichten überlassen – auch hier kann ich persönlich kein Kreuz am Wahlzettel machen.“

    Alle anderen Parteien seien für Steinmetz jedenfalls grundsätzlich wählbar – da sollen die Wähler*innen nach den jeweiligen Beweggründen frei ihre Auswahl treffen können. „Als Sprecher einer – auch – politisch aktiven NGO kann, ja muss ich vor allem eines festhalten: am Sonntag einfach wählen gehen oder die Möglichkeit der Briefwahl nutzen. Das Recht auf freie Wahlen, auf politische Mitbestimmung ist ein zu hohes Gut, um es nicht zu nutzen“, so Steinmetz abschließend.

     gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 25.09.2019

    Diskussion mit Politiker*innen zur Nationalratswahl 2019
    am 19.09.2019/19:00 in der Queer Bar forty nine

    * Henrike Brandstötter (NEOS)
    * Camila Garfias in Vertretung von Mario Lindner (SPÖ)
    * Michael Schilchegger in Vertretung von Anita Neubauer (FPÖ)
    * Daniel Steiner (Alternative Listen, KPÖ Plus, Linke und Unabhängige/KPÖ)
    * David Stögmüller (Die Grünen)

    * Lena Hinterhölzl (Der WANDEL) – wegen Krankheit kuzrfristig entschuldigt
    * angefragt: (ÖVP)
    * angefragt: (JETZT – Liste Pilz)

    19.09.2019: Queer Voting?

    Drucktaugliche Fotos:
    (Fotocredit: G. Niederleuthner/HOSI Linz):

    Foto: https://www.test.hosilinz.at/wp-content/uploads/2019/09/presse_20190919_queervoting_059-nige.jpg

    Foto: https://www.test.hosilinz.at/wp-content/uploads/2019/09/presse_20190919_queervoting_031-nige.jpg


    Foto: https://www.test.hosilinz.at/wp-content/uploads/2019/09/presse_20190919_queervoting_024-nige.jpg

    Titelgeschichte PRIDE Magazin:
    PDF Datei (3,2 MB): http://www.pride.at/wp-content/uploads/172_pride_queervoting.pdf

  • ÖVP und FPÖ fahren Sexualpädagogik an die Wand

    ÖVP und FPÖ fahren Sexualpädagogik an die Wand

    Österreichweites Netzwerk von LGBTIQ*-Initiativen ist hochbesorgt um die psychosoziale Gesundheit von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, intergeschlechtlichen und queeren Kindern und Jugendlichen

    Professionelle Sexualpädagogik auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen, dem Grundsatzerlass Sexualpädagogik sowie den sexuellen und reproduktiven Menschenrechten ist eine wichtige Säule der schulischen Sexualerziehung in Österreich. Gerade lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, intergeschlechtliche und queere Jugendliche profitieren von Erwachsenen, die professionell und diskriminierungsfrei mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt umgehen (können). Sexualpädagogik-Workshops durch externe Fachkräfte eröffnen Räume, um tabuisierte Themen besprechbar zu machen. Genau diesen Fachkräften wollen ÖVP und FPÖ den Zugang zu Schulen verbieten. Jugendliche sollen also mit Fragen zur Sexualität zu ihren Lehrer*innen gehen – offenbar erinnern sich manche in der Politik nicht daran, wie es ist, jung zu sein.

    Unter Federführung der religiösen Hardlinerin Gudrun Kugler (ÖVP) sind ÖVP und FPÖ drauf und dran, eine wichtige Säule der Sexualpädagogik zu zerstören. Ein Ausschluss von externen Fachkräften wäre ein dramatischer Rückschritt für die Sexualpädagogik in Österreich. Nach dem TeenSTAR-Skandal gilt offenbar das Motto: Wenn keine christlich-fundamentalistischen Inhalte gelehrt werden dürfen, dann darf es auch keine Sexualaufklärung geben. Das trifft gerade LGBTIQ*-Jugendliche hart, die ohnehin schon besonders verletzlich sind und eine deutlich höhere Suizidrate haben als andere Jugendliche.

    Wir unterstützen die Petition #redmadrüber und das bundesweite Statement für qualitätsvolle Sexualpädagogik! Deswegen protestieren wir morgen, Mittwoch, um 08:30 Uhr am Josefsplatz gegen diesen Rückschritt!

    Unterzeichnet:
    Ausgesprochen – LGBTIQ* Lehrer*innen, Es wird besser Österreich, Go West (Vorarlberg), HOSI Linz, HOSI Salzburg, HOSI Tirol, HOSI Wien, Rosa Lila PantherInnen (Steiermark) und Queeriosity (Niederösterreich)

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 02.07.2019

    – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

    Petition:
    #redmadrüber

    Terminhinweis:
    Mittwoch 3. Juli, 08:30
    Protestaktion auf: Gegen das Verbot von Sexualpädagogik an Schulen.
    Ort: Josefsplatz, 1010 Wien
    (Zugang zum Plenarsaal, gegenüber von der Augustinerkirche)

    Am Mittwoch, den 3. Juli kann im Parlament das Verbot der Sexualpädagogik an den Schulen mit einer FPÖVP-Mehrheit beschlossen werden – so ist es geplant. Daher rufen wir zu einer Protestaktion auf: Gegen das Verbot von Sexualpädagogik an Schulen.

    Wir sagen Keinen Schritt zurück. #Redmadrüber

     

  • 17.5. – Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie 2019

    17.5. – Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie 2019

    Die vor wenigen Tagen (endlich) erfolgte Änderung des Geschlechtseintrages in Pass und Geburtsurkunde von Alex Jürgen zeigt, dass Österreich noch großen Aufholbedarf bei den Rechten sexueller Minderheiten hat.

    “Es geht um nichts weniger als um die Menschenrechte. Auch intergeschlechtliche Menschen haben ein Menschenrecht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben in Würde. Das bedeutet einerseits einen selbstbestimmten und möglichst einfachen und unbürokratischen Zugang zu einem Personenstand, der der eigenen Geschlechtsidentität entspricht – und das ohne medizinische Indikation. Und es geht andererseits um ein Ende geschlechtsveränderndernder medizinischer Maßnahmen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können und die oft großes Leid verursachen”, erklärt Mag. Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz.

    Laut des Erkenntnisses des Verwaltungsgerichtshofs von Dezember 2018 können intergeschlechtliche Menschen („Personen mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung“) beim zuständigen Standesamt einen Antrag auf Berichtigung ihres Geschlechtseintrags stellen. Laut des Erlasses des Innenministeriums von Dezember 2018 muss das Vorliegen einer Variante der Geschlechtsentwicklung („VdG“) weiters durch ein medizinisches Gutachten eines VdG-Boards festgestellt werden, was nur zeigt, wie pathologisierend die Haltung der österreichischen Bürokratie immer noch ist.

    Es gibt zudem auch intergeschlechtliche Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht einfach intergeschlechtlich, sondern inter*, trans*, nicht-binär oder eine andere Geschlechtsidentität ist. Ihre Geschlechtsidentität sollte gemäß der VfGH-Entscheidung im Personenstand zum Ausdruck kommen.

    Die HOSI Linz erinnert daher anlässlich des Internationalen Tags gegen Homo- und Transphobie 2019 an die Forderungen des Vereins intergeschlechtlicher Menschen Österreich (VIMÖ) und schließt sich diesen an:

    • Der Geschlechtseintrag soll die individuelle Geschlechtsidentität ausdrücken.
    • Die Eintragung des dritten Geschlechtseintrags darf nur selbstbestimmt erfolgen.
    • Der dritte Geschlechtseintrag muss unabhängig von medizinischen Diagnosen oder körperlichen Geschlechtsmerkmalen sein.
    • Bürokratische Hürden zur Änderung des persönlichen Geschlechtseintrags müssen abgebaut werden.
    • Der Geschlechtseintrag soll mehrmals gewechselt werden können.

    “Aber auch die Regelung des Innenministeriums, die Angehörige bestimmter Staaten vom zuletzt erkämpften Recht auf Ehe ausschließt, ist nur ein weiterer Beweis für die diskriminierende Grundhaltung gegenüber sexuellen Minderheiten, die sich im Innenministerium immer noch breit macht”, nennt Steinmetz ein weiteres Beispiel für die anhaltende Homo- und Transphobie.

    Die HOSI Linz fordere auch hier dringend, dass die Ehe für alle auch wirklich für ALLE gelten muss, so Steinmetz abschließend. Es müsse in Österreich 2019 doch möglich sein, dass Minderheitenrechte auch aktiv von der Politik gefördert werden und nicht immer am Gerichtsweg eingeklagt werden müssen.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 16.05.2019

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