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  • Homophobe Strafverfolgung – Endlich Rehabilitierung

    Homophobe Strafverfolgung – Endlich Rehabilitierung

    HOSI Linz begrüßt geplante Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer homophober Strafverfolgung!

    [Linz, 20.10.2023] Nach langem Warten und unzähligen Appellen und Gesprächen seitens der HOSI und der anderen LGBTIQ*-Organisationen ist es nun soweit: Wie bekannt wurde, plant die Bundesregierung die Rehabilitierung und Entschädigung für die Opfer der Strafverfolgung. Allerdings: Einige wichtige Details sind nach wie vor ungeregelt.

    Wie aus dem Budgetbegleitgesetz hervorgeht, das am Mittwoch im Nationalrat eingebracht wurde, plant die Bundesregierung die Rehabilitierung und Entschädigung für die Opfer der Strafverfolgung, die bis 2002 Menschen für ihre sexuelle Orientierung kriminalisierte.

    „Das ist ein wichtiges Signal für die Opfer, deren oft auch ihre soziale Existenz durch die Strafverfolgung zerstört wurde. Dass die Republik sie jetzt endlich offiziell rehabilitiert und für das erlittene Unrecht entschädigt, ist eine späte Anerkennung deren Schicksale. Das ist ein Grund zur Freude und ein großer Erfolg für die HOSI Linz und die österreichische LGBTIQ*-Community. Seit mittlerweile 20 Jahren haben wir und die anderen LGBTIQ*-Organisationen das von der Politik gefordert,“ freut sich Michael Müller, Vereinssprecher der HOSI Linz.

    Müller dankt der Bundesregierung und insbesondere Justizministerin Alma Zadić: „Es ist schön zu erleben, dass Justizministerin Alma Zadić nach ihrer 2020 erfolgten Entschuldigung bei den Strafrechtsopfern nun auch tatsächlich die Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer homophober Strafverfolgung in die Umsetzung gebracht hat. Schön wäre jetzt noch eine offizielle Entschuldigung des Nationalrats, denn dieser hat schließlich seinerzeit diese Gesetze ja beschlossen.“

    Obwohl Homosexualität im Wesentlichen bereits 1971 entkriminalisiert wurde, gab es trotzdem vier Sonderparagraphen (§§ 209, 210, 220 und 221 StGB), die gleichgeschlechtliche Sexualität weiter kriminalisierten. Der letzte dieser menschenrechtswidrigen Paragraphen wurde erst 2002 vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben, sodass viele der Opfer dieses Unrechts dadurch noch zu Lebzeiten Genugtuung erfahren könnten.

    Allerdings sind dabei noch einige wesentliche Fragen für die HOSI Linz ungeklärt: „Menschen, die zu Unrecht im Gefängnis gesessen sind und denen es daher verwehrt war zu arbeiten, müssen jedenfalls eine beitragsfreie Anrechnung der Haftzeiten auf die Pension erhalten. Ebenso müssen die verhängten Geldstrafen entsprechend verzinst zurückgezahlt werden“, so Müller. „Wir erwarten uns, dass der Nationalrat dies bei der Beschlussfassung entsprechend berücksichtigen wird.“

    gez. Dipl.-Ing. Dr. Michael Müller Vereinssprecher der HOSI Linz
    Linz, 20.10.2023

  • linzpride2024 verschoben

    linzpride2024 verschoben

    Stellungnahme der HOSI Linz:
    linzpride2024 auf den 06.07.2024 verschoben

    linzpride 2024, ursprünglich für den 29. Juni 2024 geplant und angemeldet, muss auf den 6. Juli 2024 verschoben werden, da “LIDO Sounds” am selben Tag auf dem Urfahraner Jahrmarktsgelände stattfinden wird.

    Die Veranstaltung linzpride findet seit 2009 immer am letzten Samstag im Juni statt und ist mit anderen CSD- und Pride-Veranstaltungen bundesweit abgestimmt. Für 2024 wurde unmittelbar nach Ende der linzpride2023 bei der zuständigen Magistratsbehörde zur Bewilligung angesucht. Es folgte noch ein Telefonat mit einem Magistratsmitarbeiter bezüglich einer Abstimmung zur Vergrößerung des Areals.

    „Wir gingen wie auch in all den Jahren zuvor in der Erwartung einer positiven Bewilligung an die Arbeit und sehen uns nun mit einem negativen Bescheid konfrontiert,“ erklärt Michael Müller, Vereinssprecher der HOSI Linz.

    Die HOSI Linz bedauert die verspätete Kommunikation seitens der Stadt Linz und das Fehlen einer Gelegenheit zur vorherigen Abstimmung. Tatsächlich wurde die Öffentlichkeit bereits durch eine Pressekonferenz über die Neuaustragung von „LIDO Sounds“ in Kenntnis gesetzt, noch bevor die HOSI die Möglichkeit hatte, persönlich bei der zuständigen Magistratsabteilung vorstellig zu werden.

    Nach einem gestern erfolgten Gesprächstermin mit Vertreter*innen der Stadt gab es zunächst eine Entschuldigung seitens des zuständigen Magistratsdirektors für das verspätete Vorgehen und die unzureichende Kommunikation. Michael Müller: „Ich nehme für die HOSI diese Entschuldigung wohlwollend zur Kenntnis.“

    Schließlich konnte mit dem 6. Juli 2024 ein Ersatztermin gefunden werden. Die HOSI Linz erhielt von der zuständigen Magistratsdirektion sowie vom Büro des Bürgermeisters auch die Zusicherung einer umfassenden Unterstützung. „Wir gehen aufgrund der späten Terminänderung von erheblichen Mehrkosten aus, da nun zahlreiche organisatorische Anpassungen notwendig sind. Bühnen, Technische Ausstattung und Künstler*innen sind ja gerade für Sommer über lange Zeit ausgebucht,“ so Müller.

    Die HOSI Linz frage sich jedoch schon, wie es passieren kann, dass sich bei zwei Veranstaltungswünschen für den selben Tag und für den selben Ort der Magistrat für einen kommerziellen Anbieter entscheidet, statt für ein gesellschaftspolitisches Event, das ehrenamtlich und mit Unterstützung der Stadt seit 14 Jahren an diesem Termin stattfindet. „Wir möchten betonen, dass wir das ‚LIDO Sounds‘-Festival durchaus als eine Gelegenheit betrachten, die Vielfalt der Kultur in unserer Stadt zu feiern. Jedoch kommen wir nicht umhin anzumerken, dass für dieses dreitägige Festival das Urfahraner Jahrmarktgelände durch Aufbau, Durchführung und Abbau beinahe 4 Wochen blockiert wird. Mit der Anzahl an Menschen die linzpride mittlerweile erreicht, sehen wir das Jahrmarktgelände aktuell als praktisch einzige rundum geeigneten Veranstaltungsfläche. Immerhin wollen wir die Anliegen der LGBTIQ*-Community in Linz und Oberösterreich an einem zentralen Platz im Herzen der Stadt sichtbar machen und nicht irgendwo an die Peripherie verbannen. Sollte sich das ‚LIDO Sounds‘ als regelmäßiges Festival im Juni etablieren, wird uns das eine Austragung des linzpride für die Folgejahre deutlich erschweren.“

    „Auch wenn diese sehr plötzliche Terminänderung einen Dämpfer in unserer Vorbereitungsarbeit bedeutet, bleiben wir weiterhin entschlossen, linzpride auch 2024 zu einem Erfolg zu machen und die Anliegen und die Sichtbarkeit der LGBTIQ*-Community in Linz und Oberösterreich zu fördern,“ erklärt Michael Müller abschließend. „Wir hoffen daher auf eine effizientere Zusammenarbeit und transparentere Kommunikation mit den zuständigen Behörden, um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden.“

    Weitere Informationen und Updates zur linzpride2024 finden Sie auf unserer Website und unseren Social-Media-Plattformen.

    https://www.test.hosilinz.at/linzpride2023/
    https://www.facebook.com/linzpride
    https://www.instagram.com/linzpride

    gez. Dipl.-Ing. Dr. Michael Müller
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 12.10.2023

  • queer erlebt – Ausstellung “QUEER”

    queer erlebt – Ausstellung “QUEER”

    Spezialprogramm für die queere Community im Rahmen der Ausstellung „QUEER – Vielfalt ist unsere Natur“

    Als Kooperation zwischen HOSI Linz und dem OK Linz gibt es noch bis Anfang Jänner besondere Angebote aus Sicht der LGBTIQA+-Community im Rahmen der Ausstellung „QUEER“.

    Community-Führungen
    Queere Menschen entern die Ausstellung „QUEER“ und geben eine ganz persönliche Führung. Die Führung dauert eine Stunde und es ist den Aktivist*innen vollkommen frei Hand gegeben, welche Aspekte der Ausstellung sie den Besucher*innen näher bringen. Bei der ersten Community Führung

    Sa. 11.11.23, 13:00
    Community-Führung mit Gerhard Niederleuthner
    Vor der Drag Lesung; gratis Eintritt ab 13 Uhr, Lesung gratis, nur Führungstarif ist zu bezahlen (3 Euro pro Person).

    Fr. 24.11.23, 18:00
    Community-Führung mit Susanne Kalka
    Vor dem Treffen der „Queeren Frauen Linz“, ab circa 19:00

    Fr. 01.12.23, 16:00
    Community-Führung mit Stefan Parzer
    Anlässlich des Welt AIDS Tages

    Fr. 01.12.23, 21:00
    Pub Quiz mit Dominik Klinger
    Queer Bar forty nine
    (in Kooperation mit AIDS Hilfe OÖ)

    Drag Workshops
    „RuPaul Mini-Drag Challenge“
    Bring Glamour in dein Leben! In diesem Workshop geben Linzer „Queens“ Einblicke in die Welt der Dragqueens und -kings und verraten Tipps und Tricks fürs Schminken und Pimpen. Der Höhepunkt sind heitere „Mini-Challenges“ im geschützten Setting, bei denen sich jede*r ausprobieren kann – ganz wie bei RuPauls legendärem „Drag Race“.
    Mi., 08.11.23, und Mi., 06.12.23, jeweils 18:00 – 19:30
    Eintritt: € 8,- WS: € 5,-

    „Zwischen den Zeilen“
    Drag Lesung mit Cherry T Joystick
    Was haben eine Drag Queen und Bücher gemeinsam? Beide entführen in eine andere Welt, in der nicht alles so ist, wie es auf dem ersten Blick scheint. Cherry T Joystick öffnet ihre Bibliothek und bringt das Publikum zum Schmunzeln, regt zum Nachdenken an, vor allem aber zeigt sie die Welt von ihrer queeren Seite. Mit ihrer freudig bunten Erscheinung in Drag erweckt Cherry T Joystick die Magie zwischen den Zeilen zum Leben und lädt zum entspannten Zuhören ein. Mit Schmäh, Glitzer und Tiefgang, skurril und zugleich herzerwärmend – so verschwimmen während der Buchlesung die Grenzen zwischen Alltag und Phantasie.

    Cherry T Joystick ist bekannt für ihre unkonventionelle, artistische Art von Drag. Bei Lipsyncs und Moderationen setzt sie auf Comedy, stets bunt, fashionable, aber ein bisschen mystisch, so bringt sie queere Kreativität und eine große Portion Spaß auf die Bühne.

     Sa. 11.11.23, 14 Uhr
    Drag Lesung
    Ok Linz, gratis Eintritt ab 13 Uhr, Lesung gratis, nur Führungstarif ist zu bezahlen (5 Euro pro Person) ab 13 Uhr: Community-Führung

    Sa. 11.11.23, 21 Uhr
    Drag Party
    Cherry T Joystick and Friends
    Queer Bar forty nine’
    Eintritt frei

    QUEER Ausstellung:
    Bis 07.01.2024 verlängert
    Eintritt: 8 Euro (für HOSI Mitglieder kostenlos)
    + Führungstarif (3 Euro)
    OK Linz
    www.ooekultur.at/exhibition-detail/queer

  • Wie queer ist KI?

    Wie queer ist KI?

    Die Ausgabe 196/Oktober 2023 des PRIDE Magazins geht der Frage nach, wieweit neue Technologien wie KI mit Minderheiten umgehen.

    Der Computer ist auf ein System von „0 und 1“ aufgebaut, die künstliche Intelligenz (KI) zerlegt die Welt genau in diese Bestandteile und vergleicht. Das geht sehr schnell und bringt überraschend viele neue Ergebnisse. Wir gehen der Frage nach, wie queere Sichtweisen und Zugänge mehr in diesen Prozess einbezogen werden müssen. Das beginnt bei der Programmierung, aber auch bei der Erstellung der Kriterien, die immer noch Menschen – meis­tens heteronormativ geprägt – bestimmen. Wir schauen nach, wo es besonders für Minderheiten Chancen mit den neuen technologischen Mitteln gibt. Und wir gehen der Frage nach, welche Problemfelder sich im privaten Bereich auftun. KI ist ein Thema, das uns noch öfter beschäftigen wird. Bei der Generierung von Bildern scheitern viele KI gesteuerte Systeme schon bei grundsätzlichen Worten wie „Homosexualität“, weil Worte wie Sex „gegen unsere Richtlinien verstoßen“ – Homophobie 4.0!

    Natürlich berichten wir auch über andere Themen: Umstrittene (Linz) oder positive (Athen) Personalentscheidungen, queere Drag-Lesung und Community-Führungen (Linz), aber leider auch Todesfälle – Walter Arlen (Wien/ Los Angeles).

    Gerhard Niederleuthner

    PRIDE abonnieren: http://www.pride.at/direktabo/

  • HOSI Linz begrüßt die Aufarbeitung der NS-Verfolgung Homosexuelle*r in Linz

    HOSI Linz begrüßt die Aufarbeitung der NS-Verfolgung Homosexuelle*r in Linz

    Die HOSI Linz ist erfreut, dass die Stadt Linz die wissenschaftliche Aufarbeitung der Verfolgung homosexueller Männer und Frauen in Linz während der NS-Zeit beschlossen hat.

    Die Homosexuelle Initiative Linz (HOSI) begrüßt die im heutigen Stadtsenat beschlossen Absicht der Stadt Linz, die Geschichte der Verfolgung homosexueller Männer und Frauen in Linz während der NS-Zeit wissenschaftlich aufzuarbeiten – eine bereits 2020 an die Stadt Linz übermittelte Forderung der HOSI Linz.

    In Österreich wurden seit 1852 homosexuelle Personen wegen „Unzucht“ strafrechtlich verfolgt. Österreich war eines der wenigen Länder Europas, dass dabei auch lesbische Liebe unter Strafandrohung mit schwerem Kerker bis zu fünf Jahren stellte. Mit dem „Anschluss“ an das Dritte Reich blieb in Österreich der § 129 Ib StGB weiter in Kraft; allerdings wurden die schärferen Bestimmungen des deutschen § 175 RSTG 1935 auch in Österreich übernommen. Das bedeutete eine Strafandrohung bis zu zehn Jahren und der Möglichkeit, Verurteilte nach Verbüßen der Haftstrafe in ein Konzentrationslager überstellen zu können. Die meisten, der dort mit einem Rosa Winkel gekennzeichneten, Häftlinge überlebten die unmenschlichen Bedingungen der Lagerhaft in den KZ’s nicht.

    „Seit 1984 hängt ein von allen Homosexuellen Initiativen Österreichs gemeinsam gestifteter Gedenkstein in Form eines Rosa Winkels an der ‚Klagemauer‘ der Gedenkstätte Mauthausen. Gerade aber die wissenschaftliche Aufarbeitung dieses dunkelsten Kapitels unserer Geschichte ist in Oberösterreich bisher weitestgehend ausgebleiben. Umso wichtiger war es uns, die Stadt Linz darauf hinzuweisen, dass es hier Handlungsbedarf gibt. Es freut uns daher sehr, dass der Stadtsenat heute beschlossen hat, die Verfolgungsgeschichte homosexueller Menschen in Linz während der NS-Herrschaft wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen. Dies, zusammen mit einem noch zu findenden öffentlichen Gedenkort an die homosexuellen Opfer des NS-Terrors, soll eine späte Anerkennung des so vielfach erlittenen Unrechts sein“, erklärt Michael Müller, Vereinssprecher der HOSI Linz, erfreut.

    Immerhin blieb der § 129 Ib StGB in Österreich bis ins Jahr 1971 weiter aufrecht; einen Höhepunkt der Verfolgungswelle wurde ausgerechnet im Staatsvertragsjahr 1955 erreicht. Erst 2002 hob der Verfassungsgerichtshof den letzten Strafrechtsparagrafen gegen homosexuelle Liebe als verfassungswidrig auf. Eine Vorstrafentilgung ist dennoch nur auf Antrag und eine Entschädigung nach dem Opferfürsorgegesetz ist erst seit 2005 möglich.

    „Damit sind vermutlich die allermeisten der nach § 129 Ib StGB Verurteilten mittlerweile verstorben oder in einem Alter, in dem sie sich etwaigen Rehabilitierungs- und Entschädigungsverfahren nicht mehr stellen können oder wollen. Daher ist es ganz besonders wichtig, dass sich die Stadt Linz dieser Verfolgungsgeschichte annimmt und das Andenken an die Opfer dieser ungerechtfertigten, teilweise barbarischen Verfolgung bewahrt. Auch sie waren Bürger*innen unserer Stadt und sollen nicht vergessen sein. ‚Totgeschlagen – Totgeschwiegen‘ – so steht auf dem Gedenkstein in Mauthausen zu lesen. Das soll endlich ein Ende haben“, so Müller abschließend.

    gez. Dipl.-Ing. Dr. Michael Müller
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 17.08.2023

     

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