Kategorie: Presseaussendungen

  • IDAHOT: Es schlägt dreizehn!

    IDAHOT: Es schlägt dreizehn!

    Die HOSI Linz alarmiert die Politik anlässlich des bereits 13. IDAHOT, des International Day against Homophobia and Transphobia, am 17. Mai: Wir sind empört! Handelt jetzt!

    Seit dem letzten IDAHOT hat das Europäische Parlament es noch für nötig befunden, die Rechte der homo-, bi-, trans- und intersexuellen BürgerInnen in die Geschlechtergleichstellungsstrategie der EU für 2016-2020 aufzunehmen. Grund dafür gibt es hinreichend.

    „Es ist fast die Hälfte der Befragten, die sich in der EU mit 47 Prozent und in Österreich immerhin mit 48 Prozent aus sexuellen Gründen diskriminiert oder belästigt fühlen. Die Anteile reichen von 30 Prozent in den Niederlanden bis zu 61 Prozent in Litauen. Beinahe drei Viertel der Diskriminierungen werden nicht gemeldet, und zwar hauptsächlich, weil es eh nichts nütze oder weil sich die Opfer dadurch nicht outen wollten. Sechs Prozent der Schwulen, fünf Prozent der Lesben und acht Prozent der Transsexuellen wurden in EU-Europa sogar Opfer von Gewaltausübung oder Gewaltandrohung, etwa zwei Drittel führen das auf ihre sexuelle Orientierung oder Identität zurück“, berichtet Stefan Thuma, Vereinssprecher der HOSI Linz aus der offiziellen Statistik.

    „In Österreich gibt es besonders im Bereich der Marktdienstleistungen eine politische Baustelle. Hierzulande wurden nicht weniger als jeder und jede Dritte aufgrund der Sexualität auf dem Markt diskriminiert: ob bei der Wohnraumsuche und -vergabe, durch Verhaltensweisen seitens des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesens oder im Bereich der Gastronomie, des Finanzwesens oder von Sportvereinigungen. Bisher ist diese so missliche wie hartnäckige Lage dem steten Widerstand der ÖVP gegen eine Gleichschaltung (das ‚levelling up‘) des Schutzes vor Diskriminierung im Dienstleistungsbereich geschuldet. Die FPÖ lehnt sowieso eine Antidiskiminierungsgesetzgebung zum Schutz der Rechte von Lesben und Schwulen ab. Das wird bei der anstehenden Bundespräsidentenwahl sehr wohl zu bedenken sein und ins Gewicht fallen“, unterstreicht Vereinssprecher Thuma.

    „Eine weitere wichtige Österreich-Baustelle ist das Schulwesen. 89 Prozent der SchülerInnen – in der EU sind es 91 Prozent – haben von Übergriffen jeglicher Art auf MitschülerInnen aufgrund deren sexueller Orientierung oder Identität schon gehört oder das selbst festgestellt. Wie soll es da zu einem zivilisierten und gedeihlichen Zusammenleben kommen?“, fragt Lisa Linner, HOSI-Vorstandsfrau und Referentin für Jugend und Community.

    „Wir sind es leid, in Österreich immer noch unrechtmäßige gesetzliche Diskriminierungen von Personen nach deren sexueller Orientierung und Identität zu haben und uns nur damit rühmen zu können, dass die körperlichen Attacken gegen Menschen wegen deren Privat- und Intimsphäre relativ niedrig sind. So rufen wir zu IDAHOT der Politik erneut zu: Wir sind empört! Handelt jetzt!“, formuliert Stefan Thuma als Vereinssprecher der HOSI Linz entschlossen.

    Auch und gerade die EU-Grundrechteagentur (FRA) ist die Situation eine große Herausforderung. Die ernste Problematik, so die FRA, sei unvereinbar „mit der Würde des Menschen (Artikel 1), dem Recht auf Leben (Artikel 2), dem Recht auf Bildung (Artikel 14), der Gleichheit vor dem Gesetz (Artikel 20), dem Grundsatz der Nichtdiskriminierung (Artikel 21), dem Gesundheitsschutz (Artikel 35) und dem Recht auf einen wirksamen Rechtsbehelf und ein unparteiisches Gericht (Artikel 47) in Kapitel I „Würde des Menschen“, Kapitel II „Freiheiten“, Kapitel III „Gleichheit“, Kapitel IV „Solidarität“ und Kapitel VI „Justizielle Rechte“ der Charta der Grundrechte der Europäischen Union.

  • Die Lesben- und Schwulenbewegung ist lila

    Die Lesben- und Schwulenbewegung ist lila

    HOSI Linz übt sich in Feminismus – und das nicht nur zum Internationalen Frauentag

    HOSI Linz sieht die Schuld an der Diskriminierung von Frauen, Lesben und Schwulen beim Patriarchat.

    Linz (HOSI).  „Der Slogan der HOSI Linz ‚Lebe dein Leben!‘ hat nicht in erster Linie mit Vergnügen zu tun. Wir zeigen damit auf, dass es völlig unnötige, gesellschaftlich kontraproduktive Zwänge sind, mit denen Menschen unbeschadet ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Orientierung in das Schema der Heterosexualität und der leiblichen Vater-Mutter-Kinder-Familie gepresst werden. Mit dieser Heteronorm wird das Herrschaftsverhältnis der Männer in der Gesellschaft gefestigt. Daher werden Normabweichungen in Richtung der Homosexualität so wenig toleriert. Das wissen wir dank der Queer Theory schon seit Jahrzehnten, nur wird es bis heute nicht wirklich zur Kenntnis genommen. Der Internationale Frauentag bietet gerade aus der Sicht der Lesben eine gute Gelegenheit, unsinnige gesellschaftliche Zwänge immer wieder zu kritisieren“, weiß Elisabeth Landl, Vorstandsfrau der HOSI Linz.

    „Die Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau gründen sich wesentlich auf das Bild, wie die Gesellschaft das ‚soziale Geschlecht‘ definiert: als konservatives Rollenbild, aber auch als strikte Zweigeschlechtlichkeit, so dass sowohl homosexuelle als auch intersexuelle Menschen unsäglich in die Schablone hineingepresst oder eben diskriminiert werden. Denn jede Spielart der Natur, die am traditionellen Herrschaftsverhältnis der Geschlechter kratzt, wird einerseits als Gefährdung des Patriarchats, andererseits als Chance auf Emanzipation gesehen. Noch heute stehen Lesben und Schwule noch weitgehend unter Rechtfertigungsdruck für ihre Lebensweise. Daher muss eigentlich jede Lesben-, ja auch jede Schwulenbewegung feministisch orientiert sein, will sie auch progressiv wirken. So gesehen ist die HOSI lila – und nicht nur rund um den Internationalen Frauentag“, führt Stefan Thuma, Vereinssprecher der HOSI Linz, aus.

    „Wir wollen unser Leben möglichst frei von den patriarchalen Zwängen leben. Damit dienen wir nicht nur unserer Psychohygiene und Lebensqualität, wir halten der Gesellschaft auch einen Spiegel vor und machen die Vielfalt des Lebens und die Geschlechtergerechtigkeit in der Gesellschaft ein Stück weiter zur gelebten Normalität. Am Samstag, den 19. März, veranstalten die HOSI Linz und das Linzer Frauenbüro KICK IT, ein Frauenfußball in der NMS Harbach. Anstoß für die sieben Frauenmannschaften aus mehreren Bundesländern ist 14 Uhr, der symbolische Ankick wird durch Stadträtin Maga Eva Schobesberger vorgenommen. So setzen wird ein starkes Zeichen zum Internationalen Frauentag“, ist Elisabeth Landl begeistert.

    Für die HOSI Linz
    gez. Stefan Thuma, Vereinssprecher
    gez. Elisabeth Landl, Organisationsreferentin

  • Gemeinderat lässt Ampelpärchen wieder anbringen

    Gemeinderat lässt Ampelpärchen wieder anbringen

    Ampelpärchen sind mehr als Ampelpärchen

    Linz war die dritte Stadt in Österreich, die – nach Wien und Salzburg – gleichgeschlechtliche Ampelpärchen installiert hat. Der neue Linzer FPÖ-Stadtrat Markus Hein hat diese nun im November 2015 als eine seiner ersten Handlungen im Amt entfernen lassen. Nun hat der Gemeinderat die Wiederanbringung beschlossen.

    “Wir sind natürlich erfreut und erleichtert über das heutige Abstimmungsergebnis im Gemeinderat, auch wenn ein paar Wermutstropfen die Freude trüben”, so HOSI Linz-Vereinssprecher Stefan Thuma nach dem Ende der Gemeinderatssitzung. „Dass Stadtrat Markus Hein auch noch eine öffentliche Belehrung durch die Magistratsdirektorin braucht, um zu wissen, dass er den Beschluss zügig umsetzen muss, zeigt das fragwürdige Demokratieverständnis der FPÖ. Es steht ihrem fragwürdigen Gesellschaftsmodell, das ja in der überfallsartigen Demontage der Ampelpärchen überdeutlich geworden ist, um nichts nach.“

    Und Thuma weiter: “Ganz besonders schmerzt aber, dass die ÖVP einmal mehr nicht über ihren katholisch-konservativen Schatten springen und lieber mit der FPÖ auf Seite jener stehen wollte, die einem vormodernen Weltbild nachhängen, statt sich als moderne, urbane Stadtpartei zu präsentieren.”

    Insbesondere kritisiert Thuma die Aussage von Gemeinderätin Cornelia Polli (ÖVP), die die Ablehnung ihrer Fraktion damit begründete, dass die ÖVP ja nicht diskriminieren wolle, aber sexuelle Orientierung eine Privatsache sei, die nichts auf Verkehrsampeln verloren hätte. „Uns wären auch konkrete und wirksame gesetzgeberische Fortschritte und die weitgehendste Verwirklichung der Chancengerechtigkeit lieber und dann, dann kann man noch eines draufsetzen und Ampelpärchen installieren. Doch mittlerweile sind die ursprünglich relativ belanglos erscheinenden Ampelpärchen zum Lackmustest einer politischen Grundeinstellung geworden, wo sich politische Gesinnung, Ansicht und Absicht deutlich abzeichnen. Es ist unzweifelhaft, dass Lesben und Schwulen wegen ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung in ihrem Recht auf Privatheit und freie Wahl ihres Privatlebens eingeschränkt und ihnen wesentliche Grundrechte vorenthalten wurden und werden. Wenn man nicht diskriminieren würde, bräuchte man auch nicht betonen, dass man eigentlich nicht diskriminieren wolle. Das ist nur noch peinlich.“

    Dritter Wermutstropfen sei die Tatsache, dass die SPÖ verhindert hat, dass der Antrag von Grünen und KPÖ auf Montage weiterer Ampelpärchen an anderen Stellen der Stadt, sofern diese privat finanziert würden, eine Mehrheit fand.

    “Da der Stadt daraus keine Kosten entstanden wären, ist diese Ablehnung für uns unverständlich. Dennoch danken wir KPÖ, Grünen, NEOS – ja und auch der SPÖ, die heute dieses von der FPÖ angezettelte international beachtete, peinliche Schauspiel beendet haben”, so Thuma abschließend.

    Für die HOSI Linz
    gez. Stefan Thuma, Vereinssprecher

    Linz, den 28.01.2016

  • Vielfalt statt Einfalt

    Vielfalt statt Einfalt

    HOSI Linz, Grüne Andersrum OÖ, SoHo OÖ, SJ Linz und Grüne Linz  setzten gemeinsam ein Zeichen gegen die homophobe Politik der Linzer FPÖ und für Weltoffenheit und ein respektvolles Miteinander in Linz. Demo am Freitag, den 11.12.2015 um 15:30 Uhr von der Mozartkreuzung in Linz über die Landstraße zum Neuen Rathaus.

    vielfalt statt einfalt – demo: mozartkreuzung – neues rathaus, 11. Dezember 2015
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    Pressefotos:
    15×10 cm, 300 DPI / Foto: Gerhard Niederleuthner/HOSI Linz

    Demo
    Demo

    Download: Hauptplatz

    Demo
    Demo

    Download: Mozartkreuzung

    20151211_demo_vielfalt_074-nige

    Download: Nibelungenbrücke

    Demo
    Demo

    Download: Ansprachen

    Demo
    Demo

    Download: Abschlusskundgebung

  • Flucht und Heimat

    Flucht und Heimat

    Zum Menschenrechtstag 2015 weist die HOSI Linz auf die Zusammenhänge zwischen Flucht vor intoleranten und kriegerischen Regimen und der Beanspruchung von öffentlichem Raum durch Lesben und Schwule hin.

    „Es ist schon viel besser geworden, aber lange Zeit gab es hierzulande Fluchtbewegungen von Lesben und Schwulen aus den Dörfern und Kleinstädten in größere Städte und nach Wien, um das eigene Leben freier gestalten zu können. Nun kommen Flüchtlinge zu uns aus Staaten, wo es gefährlich ist, seine gleichgeschlechtliche Sexualität auch nur erkennen zu lassen. Darum ist Homosexualität auch ein entscheidender Asylgrund geworden. Unsere Aufgabe als HOSI ist es nun, diesen Fluchtgrund publik zu machen, damit lesbisch/schwule Flüchtlinge entsprechend sensibel und solidarisch aufgenommen werden“, weiß Stefan Thuma, Vereinssprecher der HOSI Linz.

    „Das angelaufene HOSI-Projekt ‚Queer refugees welcome‘ informiert die eigenen Mitglieder und InteressentInnen, die Organisationen der Flüchtlingsbetreuung und deren Personal sowie die Flüchtlinge selbst in sechs Sprachen über die Lage bei uns. Was ist gesetzlich erlaubt, was wird von der Gesellschaft überwiegend toleriert oder akzeptiert, welche Diskriminierung ist bei uns ein No-go und welche besteht noch, was sind die speziellen Bedürfnisse homosexueller Flüchtender, was bietet die HOSI Linz den lesbisch/schwulen Flüchtlingen an? Es sind dies Angebote von Beratung, Gemeinschaft und Hilfestellung bei der Integration in die Community und die Gesellschaft. Auch soll eine „Buddy Group“ aufgestellt werden, wo Freiwillige die Flüchtlinge ein wenig im Alltagleben begleiten. Wir sind zuversichtlich, dass die öffentliche Hand uns darin unterstützen wird“, führt Stefan Thuma aus.

    Eindeutig reaktionäre Gesellschaftspolitik

    „Mittlerweile ist lesbisch/schwules Leben schon gewohnter Alltag geworden, selbst in Dörfern und Kleinstädten. In den Großstädten sind die Lesben- und Schwulen-Ghettos bereits wieder auf dem Rückzug, weil die gleichgeschlechtlich Liebenden und Lebenden zunehmend Eingang in die allgemeine Gesellschaft finden. Und nun kommt ein FPÖ-Stadtrat auf die Idee, die Ampelpärchen als ein Zeichen für Offenheit, Akzeptanz und Integration zu entfernen und damit bewusst ein Zeichen gegen individuelle Freiheiten im Rahmen des Grundrechts auf Privatheit und auch Familie zu setzen“, kritisiert Thuma.

    „Das Verhalten von Stadtrat Hein ist eindeutig reaktionäre Gesellschaftspolitik. Wir sind für Vielfalt und gegen Einfalt. Deshalb veranstalten wir am Freitagnachmittag eine Demo, ausgehend um 15:30 Uhr von der Mozartkreuzung. Es geht um die Bewahrung gleichsam eines Stücks Heimat für Lesben und Schwule, um unsere Beanspruchung von öffentlichem Raum in der Gesellschaft, angefangen von den Ampelpärchen über die rechtliche Gleichstellung bis hin zur vollen gesellschaftlichen Integration. Wir freuen uns über die solidarischen Reaktionen bisher und laden zur Teilnahme an unserer Kundgebung ein“, zeigt sich Vereinssprecher Thuma namens der HOSI Linz entschlossen und zuversichtlich.

    Aktionen

    HOSI Linz, Grüne Andersrum OÖ, SoHo OÖ, SJ Linz und Grüne Linz  setzen gemeinsam ein Zeichen gegen die homophobe Politik der Linzer FPÖ und für Weltoffenheit und ein respektvolles Miteinander in Linz. Wir treffen uns am Freitag, den 11.12.2015 um 15:30 Uhr an der Mozartkreuzung in Linz.
    Gemeinsam gehen wir über die Landstraße zum Neuen Rathaus.

    Wir fordern die Wieder-Montage der gleich- und verschiedengeschlechtlichen Ampelpärchen an der Linzer Mozartkreuzung durch FP-Stadtrat Hein!

    Für Samstag, 12.12.2015 um 11:30 Uhr lädt die HOSI Linz zu einer Kranzniederlegung am Gedenkstein für die homosexuellen Opfer des NS-Regimes ins Denkmal ehemaliges KZ Mauthausen ein. Wie jedes Jahr ist die HOSI Linz zum Menschenrechtstag und zur Befreiungsfeier in Mauthausen präsent.

     

    Für die HOSI Linz
    gez. Stefan Thuma, Vereinssprecher

    Linz, den 09.12.2015

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