Kategorie: Aktuelles

  • Neues Schuljahr – alte Probleme!

    Neues Schuljahr – alte Probleme!

    TeenSTAR immer noch an Schulen aktiv!

    Zumindest seit 2018 ist bekannt, dass die von TeenSTAR angebotene Sexualaufklärung nicht dem „Grundsatzerlass Sexualpädagogik“ entspricht. Dennoch ist der umstrittene Verein auch im neuen Schuljahr wieder in Österreichs Schulen aktiv. Das vom Bildungsministerium 2019 angekündigte Akkreditierungsverfahren ist hingegen immer noch ausständig.

    Der “Grundsatzerlass Sexualpädagogik” gibt vor, dass sexuelle Bildung an Schulen „wissenschaftlich gestützte, realistische und nicht verurteilende Informationen weitergeben“ und sich am „Prinzip der Gleichstellung der Geschlechter sowie der Vielfalt der Lebensformen (z.B. sexuelle Orientierung, Geschlechteridentitäten) orientieren“ soll. Eine Kommission des Bildungs-ministeriums stellte schon 2018 fest, dass die vom Verein TeenSTAR angebotenen Workshops und Kurse den gesetzlichen Rahmenbedingungen widersprechen. Der Verein verstoße gegen das Indoktrinationsverbot, die Kinderrechtskonvention und die Grundsatzerlasse Sexualpädagogik und Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung.

    Auch das Bundeszentrum für Sexualpädagogik kam damals zu einem vernichtenden Urteil: „Aus Sicht des Bundeszentrums für Sexualpädagogik stellen die Tatsache, dass im Programm von TeenSTAR falsche, massiv tendenziöse und teilweise auch menschenrechtlich bedenkliche Aussagen gemacht werden, den Grund dafür dar, dass TeenSTAR in der vorliegenden Ausrichtung nicht für die schulische Sexualerziehung geeignet erscheint”.

    Dennoch ist der Verein auch im neuen Schuljahr immer noch an österreichischen Schulen aktiv; seine angeblich überarbeiteten Unterlagen entsprechen weiterhin nicht den Grundsatzerlässen. Und auch das von Bildungsminister Heinz Faßmann angekündigte Akkreditierungsverfahren für Vereine, die an Schulen tätig sind, ist weiter ausständig.

    „Vier Jahre seit der TeenSTAR-Affäre ist diesem Verein noch immer kein Riegel vorgeschoben. Wir sehen einen Kniefall des ÖVP-geführten Bildungsministeriums vor den rechtskatholischen Hardliner*innen in der eigenen Partei! Zwei Regierungen und zwei Bildungsminister waren vier Jahre mit dieser Angelegenheit befasst – alleine das Ministerium ist noch immer säumig“, ärgert sich Mag. Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz.

    „Wir wollen endlich Ergebnisse sehen. Wenn Minister Martin Polaschek mit seiner Aufgabe überfordert ist, möge er zur Seite treten und den Platz für eine Person frei machen, die der Aufgabe gewachsen ist“, meint Steinmetz. Österreichs Schüler*innen müssten jedenfalls vor dieser tendenziösen und diskriminierenden Sexualaufklärung und diesem rechtskatholischen Verein geschützt werden.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Foto: Screenshot/Website Teenstar

  • Affenpocken

    Affenpocken

    Vorbeugende Impfung ab sofort erhältlich

    Die vorbeugende Impfung wird derzeit nur Männern mit häufig wechselnden Sexualpartnern empfohlen. Die Impfung für die breitere Bevölkerung ist weder empfohlen noch vorgesehen. Aktuell kann man sich auf der Hautambulanz des Kepler Uniklinikums Linz sowie auf der der Ambulanz des Instituts für Hygiene am Klinikum Wels-Grieskirchen vorbeugend gegen Affenpocken impfen lassen. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.

    Anmeldung am Kepler Uniklinikum von Mo-Fr von 8.00 bis 13.00 Uhr unter 05 7680 83 – 4120 oder unter [email protected]

    Anmeldung Klinikum Wels-Grieskirchen unter Angabe der Kontaktdaten unter [email protected]

    Auszug aus PRIDE Nr. 190/Oktober 2022

    Interview mit OA Mag. Dr. Matthias Skocic vom Kepler Uniklinikum zum Thema Affenpocken.

    Lieber Matthias, die Affenpocken breiten sich seit Anfang Mai in Europa aus und betreffen ja großteils Männer, die Sex mit Männern haben. Wie viele Personen habt ihr im Kepler Uniklinikum bereits behandelt und mit welchen Symptomen sind diese zu euch gekommen?

    Bis dato haben wir am Kepler Uniklinikum nur fünf bestätigte Fälle gesehen. Vermutlich wird diese Zahl aber bald steigen. Symptome sind meist allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen sowie meist danach auftretend Hautläsionen insbesondere im Genital- und Analbereich sowie vereinzelt an den Extremitäten und im Gesicht.

    Wie behandelt ihr eine Affenpockeninfektion?

    Leider ist derzeit keine kausale, also direkt den Erreger bekämpfende Therapie gegen die Affenpocken verfügbar. Wir empfehlen Allgemeinmaßnahmen wie Bettruhe und ausreichend Flüssigkeitszufuhr.

    Woran bemerkt man eigentlich eine Infektion mit Affenpocken und wie verläuft diese?

    1-2 Wochen nach Ansteckung kommt es zunächst zu Allgemeinsymptomen mit Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen sowie geschwollenen Lymphknoten (können aber auch ausbleiben) und danach zu Hauterscheinungen wie Flecken, Bläschen oder Pusteln. Letztere können brennen oder auch schmerzhaft sein.

    Wie steckt man sich mit Affenpocken an und wie kann man sich vor einer Infektion schützen?

    In der aktuellen Epidemie kommt es im Allgemeinen durch längeren Haut-zu-Haut-Kontakt zur Infektion, insbesondere bei Sexualkontakten bzw. bei gemeinsamer Verwendung von Sexspielzeugen. Zum Schutz (zumindest vor schweren Verläufen) gibt es eine vorbeugende Impfung. Ein Kondom bietet einen geringen zusätzlichen Schutz. Die gemeinsame
    Ver­wendung von Sexspielzeugen sollte vermieden werden.

    Was sollte man tun, wenn man den Verdacht hat, sich mit Affenpocken angesteckt zu haben?

    Seinen Arzt oder seine Ärztin kontaktieren.

    Zurzeit steht ja nur eine beschränkte Anzahl an Impfdosen zur Verfügung.
    Wer erhält diese?

    Personen, die besonders exponiert sind, insbesondere Männer, die Sex mit Männern haben, sowie Personen, die einen gesicherten Kontakt mit einem Infizierten hatten.

    Wie schaut das Impfschema bei der vorbeugenden Affenpockenimpfung aus?

    Die Impfung wird bereits am Kepler Uni­klinium durchgeführt. Für die vorbeugende Impfung wird gemäß der WHO-Empfehlung 1/5 der Dosis intradermal verabreicht mit einer zweiten Dosis 28 Tage danach. Als postexpositionelle Prophylaxe (Impfung bis 14 Tage nach Risikokontakt) wird weiterhin die volle Dosis subkutan verabreicht.

    Vielen Dank für das Gespräch!

    Text Erik Pfefferkorn

  • Diskriminierungsfreies Blutspenden erreicht!

    Diskriminierungsfreies Blutspenden erreicht!

     Mit 1. September gehört das de facto Blutspendeverbot für homosexuelle Männer und trans*-Personen per Verordnung der Vergangenheit an. Die HOSI Linz begrüßt dieses Ende einer gesundheitspolitisch völlig irrelevanten Diskriminierung ebenso, wie die Möglichkeit für schwule Männer, sich gegen „Affenpocken“ impfen zu lassen.

    Mit Inkrafttreten der Verordnung am 1. September wird statt des pauschalen Ausschlusses eine sogenannte 3×3-Regel für alle Blutspendewilligen gelten. Wer innerhalb der letzten 3 Monate vor dem Blutspendetermin mit 3 oder mehr wechselnden Partner*innen Sex hatte, darf dann für 3 Monate kein Blut spenden.

    „Seit mehr als 15 Jahren haben wir Gesundheitsminister*innen aller Coleur bekniet, den Ausschluss homosexueller Männer vom Blutspenden als wissenschaftlich und gesundheitspolitisch unnötige Diskriminierung zu beenden. Andrea Kdolsky, Alois Stöger, Sabine Oberhauser, Pamela Rendi-Wagner, Beate Hartinger-Klein, Walter Pöltner, Brigitte Zarfl, Rudolf Anschober und Wolfgang Mückstein: Das Ergebnis waren immer nur leere Versprechungen, nette Worte, kein Ergebnis. Wir freuen uns, dass Minister Johannes Rauch endlich die Initiative ergriffen hat“, schildert Mag. Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz, die Situation.

    „Ganz besonders freut uns, dass sich die ÖVP, an der bisher jede Regelung gescheitert ist, hier endlich bewegt und sich aus der Geiselhaft des Roten Kreuzes gelöst hat. Das ist jedenfalls ein gesellschafts- und gesundheitspolitischer Fortschritt, den wir sehr begrüßen. Wie es in der Umsetzung durch das Rote Kreuz dann wirklich ausschaut, werden wir uns jedoch ganz genau anschauen. Da sind wir vorerst einmal skeptisch.“

    Steinmetz begrüßt auch, dass Gesundheitsminister Rauch Männern, die Sex mit anderen Männern haben, die Möglichkeit einer Impfung gegen die sogenannten „Affenpocken“ eingeräumt hat. „Die HOSI Linz begrüßt, dass man offenbar aus der Stigmatisierung HIV-Positiver vor gut 40 Jahren gelernt hat und die Impfung für diese Personengruppe öffnet. Diese Bevölkerungsgruppe rasch und bevorzugt zu impfen, ist gesundheitspolitisches Gebot der Stunde, zumal alle nach dem Ende der Pockenimpfpflicht geborenen keinen Impfschutz aufweisen“, zeigt sich Steinmetz erfreut.

    Die HOSI Linz verweist dazu an die Dermatologische Abteilung am Kepler Uni-Klinikum, wo gegen Terminvereinbarung einmal wöchentlich geimpft wird. Dafür soll es im September auch eine Informationskampagne innerhalb der LGBTIQ-Community in Oberösterreich geben.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

  • HOSI Barteam – sei mit dabei!

    HOSI Barteam – sei mit dabei!

    Was erwartet dich?

    • Tolle Veranstaltungen und Barabende im HOSI-Zentrum
    • Ein freundliches, familiäres Miteinander im Barteam
    • Die Möglichkeit, viele neue Leute aus der Community aus OÖ sowie darüber hinaus kennenzulernen
    • Das gute Gefühl, dich für die Community in OÖ zu engagieren

    Dein Weg ins Barteam:

    • Du hast Interesse beim Barteam mitzu­helfen? Sprich uns einfach an der Bar an!
    • Wir besprechen in Ruhe und ausführlich, was dich erwartet und was wir uns von dir erwarten.
    • Du erhältst von uns eine Einschulung in die Getränke, Kassa etc.
    • Du wirst bei deinen ersten Bardiensten von einer erfahrenen Person unterstützt.

    Du solltest:

    • verlässlich sein
    • genau sein
    • mindestens einen Bardienst im Monat übernehmen können

    Sprich uns an:

  • Ungeheuerlicher Vorfall muss lückenlos aufgeklärt werden!

    Ungeheuerlicher Vorfall muss lückenlos aufgeklärt werden!

    Nachdem gut 8.000 Menschen beim linzpride2022 für Gleichstellung und gegen Hass und Gewalt gegen LGBTIQ*-Personen auf der ganzen Welt demonstrierten und anschließend friedvoll feierten, ereignete sich ein brutaler Überfall auf Trans-Personen am Linzer Taubenmarkt. Die HOSI Linz zeigt sich entsetzt über das Verhalten der Schaulustigen und fordert eine rasche und lückenlose Aufklärung des Vorfalls durch die Behörden.

    “Ich bin fassungslos, kann gar nicht in Worte fassen, wie entsetzlich ich es finde, dass junge Menschen, die für Toleranz werben angegriffen, verletzt, gedemütigt und traumatisiert werden. So ein Vorfall darf einfach nicht passieren. So etwas ist nicht zu entschuldigen und kann nur kompromisslos verurteilt werden.

    Gerade an dem Tag, wo in Oslo queere Menschen verletzt und getötet werden kann so etwas nicht einfach so hingenommen werden. Wir gehen jetzt einmal davon aus, dass Polizei und Staatsanwaltschaft die Täter festnehmen und vor Gericht bringen werden.

    Wir sind alle erschüttert, dass so etwas nach diesem wunderbaren, friedvollen Tag passieren kann. Das zeigt aber auch, wie wichtig Veranstaltungen wie der linzpride sind und wie notwendig die gesellschaftspolitische Arbeit der HOSI und anderer LGBTIQ*-Organisationen noch immer ist. Es reicht nicht Gesetze zu ändern, es gilt das Bewusstsein der Menschen zu ändern“, zeigt sich Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz, entsetzt.

    „Hass und Gewalt gegen die LGBTIQ*-Community müssen endlich aufhören – überall auf der Welt! Auch dafür steht unser linzpride. Unter dem Regenbogen ist für alle Platz ist, nicht aber für Hass und Gewalt. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt gegen LGBTIQ*-Personen, aber auch gegen andere Minderheiten in unserer Gesellschaft so rasch als möglich ein Ende findet.

    Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien und Freund*innen, die wir im Rahmen unserer Möglichkeiten umfassend unterstützen werden. Die Lokalinhaber*innen sind jetzt aufgefordert, zu überprüfen, ob das geschilderte Verhalten der Angestellt*innen mit der Firmenphilosophie übereinstimmt, und öffentlich dazu Stellung zu nehmen.”

    Die HOSI Linz sei erschüttert über die Tatsache, dass niemand von den zahlreichen Umstehenden eingegriffen und den Opfern geholfen habe. Sie fordert nun eine umgehende und lückenlose Aufklärung des Vorfalls und eine entsprechende Bestrafung der Täter*innen.

    So etwas darf es in Linz nie wieder geben, nicht am Tag des linzpride, noch an anderen Tagen“, so Steinmetz abschließend.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

     

    Linz, 27.06.2022

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