Schlagwort: Homophobie

  • Homophobe Gewalt: Dieses „neue“ Österreich ist eine Gefahr

    Homophobe Gewalt: Dieses „neue“ Österreich ist eine Gefahr

    Über den brutalen Überfall auf einen Mann in Wien, den die Täter für schwul hielten, zeigt sich die HOSI Linz entsetzt und erinnert daran, dass so etwas auch in Linz jederzeit der Fall sein könnte.

    Wie der Tageszeitung „Heute“ vom 30.08. entnommen werden kann, gab es in der Lerchenfelder Straße in Wien einen gewalttätigen Übergriff auf einen Mann, den die Täter für schwul hielten. Erst stehenbleibende Fahrzeuglenker*innen konnten den Angriff stoppen, bei dem das Opfer blaue Flecken und einen Schock erlitten hat.

    „Das erinnert leider nur zu deutlich an den brutalen Übergriff auf Alexander St. vergangenen Dezember in Linz“, erklärt Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz. Damals war Alexander St. in der Linzer Altstadt schwer verprügelt worden, da sich einer der Täter angeblich belästigt gefühlt haben soll.

    „Auch die in den Medien zitierte Aussage der Wiener Täter, ‘Sollen wir dir zeigen, wie wir mit euch verfahren in unserem neuen Österreich’ ist mehr als erschreckend, offenbart sie doch eine neue Qualität der scheinbaren Legitimität solch homophober Übergriffe. Die Täter fühlen sich durch die zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft, die auch durch die fortwährenden Wortmeldungen rechter Politiker*innen aller Ebenen weiter angeheizt wird, in ihrer Haltung bestätigt“, so Steinmetz weiter.

    „Umso wichtiger ist es, dass solche Übergriffe ausnahmslos zur Anzeige gebracht werden, damit den Täter*innen Einhalt geboten werden kann. Wir gehen davon aus, dass die Polizei sich diesen Fällen mit der gebotenen Sorgfalt und dem nötigen Fingerspitzengefühl widmet, damit Opfer homophober Übergriffe nicht zusätzlich traumatisiert werden“, so Steinmetz abschließend.

    Wer Opfer eines homophoben Übergriffs ist, kann sich auch an die Beratung der HOSI Linz wenden und sich hier Unterstützung holen.

    Telefonische Beratung und per Mail:
    Montag und Donnerstag (außer Feiertagen):
    20:00 bis 22:00 Uhr
    +43/(0)732/60 98 98-4
    [email protected]

    persönliche Beratung gegen Terminvereinbarung:
    Schillerstraße 49, 4020 Linz

    Mehr Informationen:
    http://www.test.hosilinz.at/beratung/

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 30.08.2018

  • HOSI warnt vor Homosexualitätsaustreibung

    HOSI warnt vor Homosexualitätsaustreibung

    Homophobie: Adventistische MissionarInnen aus USA auf Heilungsmission in Österreich

    Linz (HOSI) Die HOSI Linz ist alarmiert von den missionarischen Umtrieben der Kirche der Kirche der Siebenten Tags-Adventisten, die mit Hilfe der US-Mission Coming Out Ministries vorgeben, Homosexualität spirituell heilen zu können“ erklärt Gernot Wartner, Vorstandsgeschäftsführer der HOSI Linz. „Der Religion ihre Freiheit! Aber wenn wir begründet meinen, dass eine bestimmte Missionierung schädlich für die Zielgruppe ist, dann nehmen wir uns  die Freiheit der Meinungsäußerung heraus und warnen die betreffenden Menschen!“, ergänzt der Vereinssprecher der HOSI Linz, Rainer Bartel.

    „Allein schon unsere jahrzehntelange Beratung und Begleitung von Schwulen, Lesben und Bisexuellen haben uns so mache Lebenserfahrung gelehrt. Eine davon ist: Die sexuelle Orientierung können wir uns nicht aussuchen! Freilich kämpfen immer wieder Menschen unter dem Druck der Gesellschaft gegen ihre gleichgeschlechtliche Orientierung an, doch das bringt nur Scheinerfolge. Die Rückfälle auf den Boden der Realität sind dann umso schlimmer – für die Betroffenen und ihre Angehörigen“, erklärt Bartel, der sich seit 1994 in der HOSI-Beratung engagiert.

    „Die Kampagne auf Einladung der Kirche der Siebenten Tags-Adventisten in Österreich dauert bereits seit Ende Februar und steht kurz vor ihrem Abschluss. Leider haben wir erst jetzt von diesen Umtrieben Kenntnis erlangt und konnten dieser Mission nicht schon früher eine andere, humanwissenschaftliche Argumentation entgegensetzen“, bedauert Gernot Wartner. „Wir wissen längst, dass extreme Glaubensgemeinschaften aus den USA, gut dotiert, weltweit ihre Fäden ziehen. Doch wenn das im eigenen Land geschieht, ist das schon sehr besorgniserregend (https://www.youtube.com/watch?v=qHgu9TxmFKo). Die missionarische Organisation heißt Coming Out Ministries und propagiert die Heilung von Homosexualität durch den Glauben (http://comingoutministries.org/). Ein bedenkliches, potenziell gefährliches Spiel!“

    „Als eine Vertretungs- und Serviceorganisation für Homosexuelle sind wir nicht unbedingt eins mit der röm.-katholischen Kirche, aber die ist im Vergleich zu den Evangelikalen richtig fortschrittlich im humanistischen Sinn. Immerhin fordert der Katechismus dazu auf, die von Gott gegebene sexuelle Orientierung für sich und andere zu akzeptieren – allerdings dürfe sie nicht ausgelebt werden“, weiß Rainer Bartel aus der Literatur und Diskussionsveranstaltungen der HOSI mit Kirchenvertretern. „Außerdem meinen wir, dass jeder Mensch seine sexuelle Orientierung frei wählen sollte, falls er das überhaupt zustande brächte. Außer dem höchstwahrscheinlichen ‚Rückfall‘ der ‚Bekehrten‘ entsteht auch ein gesellschaftlicher Schaden. Denn manche unreflektierten Menschen könnten beginnen zu meinen, dass Homosexuelle einfach aus Spaß schwul oder lesbisch sind. Und dann wären die lang erkämpfte Toleranz und Akzeptanz in der Gesellschaft wieder gefährdet. Aber so weit wird es nicht kommen, wenn der vermeintlichen Heilsbotschaft eine kritische Meinung entgegengesetzt wird“, schließt Bartel.

    Für die HOSI Linz

    gez. Dr. Rainer Bartel Vereinssprecher

    Linz, den 23.03.2015

  • Kiss-In am Linzer Hauptplatz gegen Homophobie

    Kiss-In am Linzer Hauptplatz gegen Homophobie

    Keine Städtepartnerschaft mit Nishnij Nowgorod!

    Linz (HOSI): Die aktuellen Vorgänge in Russland sind eine Verhöhnung der Menschenrechte! Die Stadt Linz soll umgehend reagieren und die Städtepartnerschaft mit Nishnij Nowgorod aufkündigen. Es ist Zeit Zeichen zu setzen! Ein Kiss-In am Linzer Hauptplatz am 14.08.2013 um 18:00 Uhr will zeigen, dass Liebe Liebe ist, egal von wem sie gefühlt wird!

    In Russland gilt seit Juni ein Gesetz gegen “homosexuelle Propaganda”, welches die Thematisierung von “nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen” unter Strafe stellt. Die deutsche Justizministerin betonte erst kürzlich, dass dies gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt. Die fatalen Auswirkungen dieses Gesetzes werden nun immer sichtbarer: Nationalistische Gruppen locken Homosexuelle zu vermeintlichen Dates, misshandeln sie, filmen alles und stellen das Videomaterial im Internet zur Schau. Schwule, oftmals Jugendliche, werden so bloß gestellt, erniedrigt und öffentlich gedemütigt. Sie werden ins Wasser geworfen oder gezwungen Urin zu trinken. Zwischen Homosexualität und Pädophilie wird dabei nicht unterschieden. Für die Extremisten sind Schwule prinzipiell Pädophile. Für die russischen Lesben und Schwulen bedeutet die Hetzjagd freilich ein Rückschritt um viele Jahrzehnte. Gab es vor kurzem noch selbstbewusst Film-Festivals, Lokale, Vereine, Webseiten und eine lesbisch-schwule Szene, gilt jetzt wieder vor allem eines: Angst. In Wolgograd wurde im Mai ein 23-Jähriger Mann zu Tode gefoltert. Grund: Er war schwul. Aufklärungsarbeit gegen solche Hassverbrechen wird durch das neue Propaganda-Gesetz nicht nur verunmöglicht, die Gewaltverbrechen werden vielmehr geschürt.

    Kiss-In am Linzer Hauptplatz

    „Wenn ein Staat wie Russland im Zusammenspiel mit einer übermächtigen Staatskirche eine Minderheit zur Jagd freigibt, dürfen wir uns nicht wundern, wenn es dann auch Menschen gibt, die diese Möglichkeit nutzen und auch Jagd auf Angehörige dieser Minderheit machen. Wir haben das in den 1930er Jahren in Deutschland und dann auch in Österreich und anderen, von den Nazis besetzten Gebieten gesehen, und wir sehen es jetzt in Russland! Was zurzeit in Russland – und leider immer wieder auch überall anders auf der Welt – abgeht, widerspricht hoffentlich nicht nur meinem Verständnis von Menschenrechten und dem Umgang mit Minderheiten“, zeigt sich der Vereinssprecher der HOSI Linz Gernot Wartner entsetzt.

    Die HOSI Linz ruft daher für 14.08.2013, 18:00 Uhr, zu einem Kiss-In auf dem Linzer Hauptplatz auf. „Lasst uns – egal ob hetero, schwul, bi, lesbisch, transgender, transsexuell und was-weiß-ich-noch-alles – zeigen, dass Liebe Liebe ist, egal von wem sie gefühlt wird. 10 Minuten Küssen für Gleichberechtigung am Linzer Hauptplatz!! Treffpunkt beim Brunnen vor dem Walkers! Ein Kuss-Flashmob für Toleranz und Gleichberechtigung in Russland, in Österreich, auf der ganzen Welt!“

    Keine Städtepartnerschaft mit Städten in Ländern mit Menschenrechtsverletzungen

    Gleichzeitig ruft die HOSI Linz die Stadt Linz auf, die Städtepartnerschaft mit der russischen Stadt Nishnij Nowgorod sofort aufzukündigen. Es könne nicht sein, dass Linz eine Städtepartnerschaft mit Städten pflegt, in denen es zu massiven Menschenrechtsverletzungen kommt. „Und es geht hier nicht um eine vielleicht fragwürdige Partei im dortigen Gemeinderat oder einen verhaltensoriginellen Bürgermeister, sondern hier geht es um ein Land, dessen Parlament eine Gesetz beschließt, dass den Menschenrechten nicht nur widerspricht, sondern diese regelrecht verhöhnt! Die Stadt Linz kann keine Städtepartnerschaft mit einer Stadt in so einem Land haben! Die Städtepartnerschaft mit der russischen Stadt Nishnij Nowgorod muss sofort und ohne Wenn und Aber aufgekündigt werden. Dasselbe gilt für Wien und deren Städtepartnerschaft mit Moskau“, so Wartner.

    Die HOSI Linz sieht hier den Gemeinderat gefordert bzw. erwartet eine diesbezügliche Initiative von Bürgermeister Dr. Dobusch. Auch klare Worte des Außenministers Dr. Spindeleggers wären jetzt angebracht, doch wie schwer sich die Welt mit der menschenrechtlichen Schieflage Russlands tut, zeigt sich in den Reaktionen von Europas Politikern. Wer auf eine scharfe Verurteilung hoffte und dachte, dies sei doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit, wird enttäuscht. Dahinter steckt die deutliche Abhängigkeit Europas von russischem Öl und Gas. Und Russland weiß das ganz genau. Aber auch kleine Zeichen, wären ein Signal an die Lesben und Schwulen in Russland, das man wohl hören würde. Und insofern, heißt es aus der HOSI Linz, wäre ein solcher Schritt der Stadt Linz durchaus angebracht. „Wenn Reykjaviks Bürgermeister die Partnerschaft der isländischen Hauptstadt mit Moskau beenden kann, dann kann das der Linzer Bürgermeister mit Nishnij Nowgorod ja wohl auch“, so Wartner abschließend.

    Linkhinweis:

    Kuss-Flashmob für Toleranz und Gleichberechtigung am 14.08.2013, 18:00 Uhr, Hauptplatz: https://www.facebook.com/events/517214745017222/

    Anlage:

    Titelstory in PRIDE 135/August 2013
    (PDF / ca. 1,3 mb)

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