Schlagwort: Frauentag

  • Frauen*kampftag statt Feierlaune

    Frauen*kampftag statt Feierlaune

    Der Weg ist noch weit

    Seit etwas mehr als 100 Jahren können Frauen* jetzt in Österreich wählen. Und es ist traurig, was beziehungsweise wie wenig sich seit damals verändert hat.

    Noch immer sehen sich Frauen* mehrfachen Diskriminierungen ausgesetzt, werden Frauen* im Netz auf den sozialen Medien, aber auch im täglichen Leben ungleich behandelt, angegriffen, gemobbt, gewaltsam verletzt oder gar getötet. Die Zahl der Frauen*morde ist in den letzten vier Jahren auf ein trauriges Hoch geschnellt, das so nicht kommentarlos hinnehmbar ist.

    “Gerade deshalb sehen wir den Weltfrauen*tag als Frauen*kampftag, um diesen Kampf für alle Weiblichkeiten zu unterstützen. Ein Kampf, der überflüssig sein sollte, aber es traurigerweise dennoch nicht ist. Unsere Solidarität und Unterstützung gilt daher allen Personen, die weiblich sind,” erklärt Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 06.03.2020

  • Internationaler Frauentag 2018

    Internationaler Frauentag 2018

    HOSI Linz unterstützt Frauentag und Frauenvolksbegehren

    Gleichberechtigung unbeschadet der sexuellen Orientierung und Identität ist eine Forderung, die ebenso offensichtlich und stark ist wie die nach Gleichberechtigung der Geschlechter. Beide Forderungen sind eigentlich Selbstverständlichkeiten, beruhen sie doch auf dem nicht zu rechtfertigenden Missbrauch menschlicher Geschlechtlichkeit, nämlich um Machtüberlegenheit zu entwickeln, das Machtgefälle egoistisch zu nutzen und die eigene Bevorteilung zu wahren. Es sind pure Gewohnheiten, bloße Vorurteile, längst überholte, aber immer noch verkrustete Normen in der Gesellschaft, die das Patriarchat – die Männerherrschaft – schützen und Frauen auf den zweiten Rang verweisen.

    Bei Lesben (und Schwulen) ist es speziell das gesellschaftliche Prinzip der Heteronormativität, das Diskriminierung ermöglicht. Es meint nicht nur den einmal mehr und einmal weniger starken Zwang, heterosexuell zu leben, sondern meint zugleich auch, das Patriarchat zu akzeptieren. Dabei verstößt die Heteronormativität – übersteigert ausgedrückt: die Zwangsheterosexualität – gegen das Grundrecht auf Privatheit und somit auch auf sexuelle Selbstbestimmung. Gerade in einer Zeit, wo reaktionäre Kräfte Grundrechtsinstitutionen angreifen werden und damit die Akzeptanz oberster Rechtsnormen und die Legitimität höchstgerichtlicher Erkenntnisse unterminieren, werden Aktionismus und Widerstand ganz besonders zur Pflicht. Wie sonst sollen sachliche Haltlosigkeiten effektiv und rasch haltlos gemacht werden?

    Geschlecht wird sogar biologisch konstruiert: einerseits skandalös, indem das Geschlecht von Kindern durch vorschnelle operative Eingriffe eindeutig gemacht wird, oft mit verheerenden Folgen, andererseits erfreulich, indem geschlechtsanpassende Operationen die Harmonie zwischen Psyche und Körper herstellen. Geschlecht wird aber sicherlich auch sozial konstruiert: Ein Mädchen hat mit dem zu spielen, das anzuziehen, sich so zu verhalten, hat eine Ehefrau zu werden und einen definierten Frauenberuf zu ergreifen – nichts Anderes soll infrage kommen.

    So schrieb der britische Sozial- und Wirtschaftswissenschafter Lord Robert Skidelsky jüngst, „Geschlecht wird zusehends als sozial konstruiert angesehen, und daher sollten Kinder ermutigt werden, ihr soziales Geschlecht selbst zu wählen“, denn „wirkliche Geschlechtergleichheit wird erst erreicht, wenn die Bildung von Vorlieben und Gewohnheiten nicht mehr Geschlechterklischees unterworfen sind“, und „es ist nur eine Frage der Zeit, dass das, was grundsätzlich akzeptiert ist, auch Praxis wird“ (https://www.socialeurope.eu/next-stage-womens-emancipation).

    Genau diese Emanzipation aus haltlosen, machtfestigenden, ungerechtfertigten Zwängen ist der fundamentale Zweck des Frauenvolksbegehrens ebenso wie des Aktivismus der HOSI Linz und ihrer Schwesterorganisationen. Speziell die Ehe für alle ist freilich hart umkämpft, denn für Konservative, Reaktionäre und RechtspopulistInnen wird mit der Öffnung der Ehe das bedeutendste der noch verbliebenen Bollwerke der Heteronormativität und somit des Patriarchats fallen.

    Harvey Milk, der erste offen schwule Bezirksstadtrat San Franciscos, konnte in den 1970ern seinen politischen Erfolg dadurch erringen, dass er diskriminierte Minderheiten aller Art solidarisch vereinte. Er machte ihnen klar, dass ihre jeweiligen Diskriminierungen systematisch zusammenhingen und es sich daher lohne, gemeinsam gegen das gesellschaftliche Ordnungsprinzip Diskriminierung einzutreten.

    Starke Werkzeuge für gesellschaftliche Zwänge sind Scham und Schande. Der bislang größte Erfolg der Frauenbewegung wie auch der Lesben- und Schwulenbewegung ist es, das offen selbstbewusste und selbstbestimmte Frausein, Lesbischsein oder Schwulsein immer mehr zu verbreiten, gesellschaftsfähig zu machen und Normalität werden zu lassen, es aus dem Mief von Scham und Schande, Abnormität und Verstecken herauszuholen. In diesem Sinn ist die Sichtbarkeit des frei gewählten Lebensstils von größter Bedeutung.

    Die Argumente sind auf unserer Seite, und bei der Umsetzung werden wir verständlicherweise immer ungeduldiger und fordernder. Es geht doch immerhin um Menschenrechte und Lebenszufriedenheit, konkret um nicht weniger als um zentrale Werte wie Freiheit, Solidarität und Chancengerechtigkeit, mit dem Ziel gesellschaftlichen Fortschritts.

    Freilich ist gesellschaftlicher Fortschritt vielfältig und divers interpretierbar. Doch dazu dienen die Grundrechte als Wegweiser, die konkreten Ziele als Argumente. Die Aufrechterhaltung der überkommenen Ordnung, Durchsetzung kirchlicher Gebote und Verbote sowie die Blut- und Bodenmentalität im Heimatbegriff sind konservative und rechtspopulistische, revisionistische und reaktionäre Elemente, aber nicht wirklich zu argumentierende Inhalte. Dagegen sind Selbstverwirklichung, liberale Demokratie und solidarische Gemeinschaft die schlagenden Argumente. In einem solchen Wertesystem hat Diskriminierung von Frauen, Lesben, Schwulen und anderen sozialen Gruppen sicher keinen Platz. Die Faktenlage ist daher immer wieder aufzuzeigen: sowohl die Ideale und Grundrechte als auch die Diskriminierungen und ihre Widersprüche zu den Zielvorstellungen.

    Weiterhin feiert die HOSI Linz den Frauentag, fördert sie die Emanzipation, bietet ihre Solidarität an und lädt ganz besonders Frauen ein, sich noch verstärkt am gemeinsamen Projekt zu beteiligen.

    Gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    08.03.2018

    Party zum Internationalen Frauentag:

    Party zum Internationalen Frauentag

  • HOSI sucht Frauenpower

    HOSI sucht Frauenpower

    Internationaler Frauentag 2015: Die HOSI Linz will Frauen ermutigen, sich verstärkt zu engagieren.

    Linz (HOSI) Die Botschaft ist so alt wie aktuell: Bei homosexuellen Frauen kumulieren Diskriminierungen: die Benachteiligungen als Frau plus die als Lesbe. Und das gilt trotz der erzielten Fortschritte, so der jüngsten Aufhebung des Verbots der Annahme einer Samenspende durch lesbische Paare als verfassungswidrig! Noch dieses Jahr muss die rechtliche Reparatur bringen und auch andere Gleichstellungsmaßnahmen sind längst überfällig.

    Dafür engagieren sich die HOSI Linz aktiven Frauen und Männer seit nunmehr fast 33 Jahren. Die HOSI Linz nimmt den Internationalen Frauentag nun zum Anlass, heuer engagierte Frauen ganz besonders einzuladen, sich aktiv und maßgeblich in die Arbeit der HOSI einzubringen, denn es steht die alle zwei Jahre stattfindende Vorstandswahl in der HOSI Linz unmittelbar bevor. Vorstandsgeschäftsführer Gernot Wartner erklärt: „Die HOSI Linz ist als Institution wie eine Plattform, auf der begeisterte Menschen gern und gut tanzen können. Eine solche Einrichtung bietet nämlich verbesserte Möglichkeiten, erfolgreich gegen Diskriminierungen anzukämpfen. Es geht darum, das eigene Schicksal einmal selbst in die Hand zu nehmen!“

    Vereinssprecher Rainer Bartel ergänzt: „Schon viele Jahre bemühen wir uns, mehr Frauen für den Vorstand zu gewinnen – zuletzt haben wir es nicht geschafft, wenigstens eine einzige Frau ins Leading Team zu holen. Wir hören immer, die männlichen geprägten, vorgegebenen Strukturen machten es für Frauen unattraktiv, sich zu engagieren. Doch wir sagen: Kandidiert, geschätzte Frauen und besetzt möglichst viele, vielleicht sogar (fast) alle Postitionen im Vorstand! Die ‚alten Hasen‘ machen euch gern Platz. Tür und Tor stehen euch offen. Einer wesentlichen Gestaltung mit Herz, Hirn und Händen von Frauen steht nichts im Weg!“

    „Für Interessentinnen – wie freilich auch Interessenten – für eine Vorstandsposition nehmen wir uns freilich Zeit für informative Gespräche. Das jetzige Team steht gern zur Verfügung, um neue KandidatInnen, wenn sie wollen, gut in ihre neuen Verantwortungen einzuführen. Wir wollen ein neues Team unter günstigem Wind in Fahrt setzen“, schließt Wartner.

    Für die HOSI Linz gez. Dr. Rainer Bartel Vereinssprecher

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