Schlagwort: Blutspenden

  • Diskriminierung beim Blutspenden muss abgestellt werden!

    Diskriminierung beim Blutspenden muss abgestellt werden!

    HOSI Linz fordert die umgehende Beendigung der Diskriminierung von schwulen und bisexuellen Männern beim Blutspenden!

    Aktuell ist die Praxis beim Blutspenden, dass vor der Spende individuelles Risikoverhalten abgefragt wird und dabei unter anderem Männer*, die innerhalb der letzten 12 Monate Sex mit Männern* hatten, von der Blutspende ausgeschlossen werden. Dabei ist es unerheblich, ob dieser Sexualkontakt im Rahmen einer monogamen Beziehung, unter Einhaltung der Safer-Sex-Richtlinien oder ungeschützt unter Fremden passiert. Da heterosexuellen Personen dieses pauschalisierte Risiko nicht unterstellt wird, sieht die HOSI Linz hier eine erhebliche und sachlich nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung – eben eine Diskriminierung.

    Es sei einmal erfreulich, dass sich das Gesundheitsministerium jetzt mit der im Parlament vorliegenden Petition gegen dieses Verbot beschäftige. “Aber aus unserer Sicht bzw. aus Sicht der Diskriminierten ist es unerheblich, ob die Diskriminierung der Blutspendeverordnung oder dem Leitfaden, der das in der Verordnung nicht näher definierte Risikoverhalten bestimmt, entspringt. Für die Diskriminierten zählt das Ergebnis, eben der diskriminierende Ausschluss von der Blutspende aufgrund der sexuellen Orientierung”, sieht Vereinssprecher Richard Steinmetz hier die Expert*innen im Ministerium am Zug.

    “Das Ergebnis muss eine umgehende Beendigung der diskriminierenden Praxis sein. Wie das konkret erreicht werden kann, ist Sache der Verantwortlichen im Gesundheitsministerium. Wir erwarten uns jedenfalls, dass der Ankündigung von Gesundheitsminister Anschober, dass der diskriminierende Leitfaden noch heuer angepasst werden soll, auch die entsprechenden Schritte folgen”, Steinmetz abschließend.

    Seit bald 15 Jahren weise die HOSI Linz immer wieder auf die Diskriminierung beim Blutspenden hin – bis auf zuletzt kleinere Verbesserungen erfolglos. Erst im heurigen Sommer habe sich die HOSI Linz gemeinsam mit Schwesterorganisationen aus ganz Österreich erneut in dieser Frage an den Nationalrat gewandt.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz
    Linz, 07.10.2020

  • Enttäuschend! HOSI Linz bedauert Umfaller der SPÖ beim Blutspenden

    Enttäuschend! HOSI Linz bedauert Umfaller der SPÖ beim Blutspenden

    In der Nationalratssitzung am 09.07.2015 fand ein Antrag auf ein Ende der Diskriminierung schwuler Männer beim Blutspenden keine Mehrheit. Auch die SPÖ war nicht bereit, diese Diskriminierung zu beenden.

    Linz (HOSI). “Ich bin sehr enttäuscht, über die fehlende Bereitschaft diese erwiesene Diskriminierung zu beenden”, reagiert Stefan Thuma, Vereinssprecher der HOSI Linz, darauf, dass ein Antrag zur Änderungen beim Blutspendeverbot für Schwule von den Regierungsparteien abgelehnt wurde. “Obwohl es ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes gibt, nachdem es homosexuellen Männern in Zukunft nur unter bestimmten Bedingungen dauerhaft das Blutspenden verwehrt werden kann, zeigt die ÖVP keinerlei Handlungsbereitschaft für die Thematik”, kritisiert Thuma. Bedauerlich sei vor allem, dass sich die SPÖ einmal mehr von der ÖVP in politische Geiselhaft nehmen hat lassen.

    Ein Ausschluss schwuler Männer sei nur dann gerechtfertigt, so der Europäische Gerichtshof, wenn aktuell ein riskantes Sexualverhalten vorliegt und dementsprechende Testmethoden und eine genaue Befragung der potenziellen Spender dies bestätigen. “Es wäre jetzt ein Leichtes gewesen, die österreichischen Bestimmungen dem EUGH-Urteil anzupassen – weder wären damit Kosten verbunden, noch handelt es sich dabei um ein eklatantes politisches Problem. Man hätte lediglich eine nicht mehr zeitgemäße Diskriminierung beseitigt, denn tatsächliche Risiken müssen die Grundlage von einschränkenden Maßnahmen sein und nicht überkommene Vorurteile. Dass Diskriminierungsschutz bei der ÖVP auf taube Ohren stößt, wissen wir seit dem verhinderten Levelling-Up bei den Antidiskriminierungsbestimmungen. Dass jetzt auch die SPÖ deren Lied singt, ist unverständlich und einfach nur enttäuschend”, so Thuma.

    Für die HOSI Linz gez. Stefan Thuma, Vereinssprecher

    Linz, den 13.07.2015

  • Rotes Kreuz sucht Blutkonserven

    Rotes Kreuz sucht Blutkonserven

    Statt Jammern Schwule zulassen!

    Linz (HOSI): Würde sich das Rote Kreuz endlich, wie von der EU schon seit zwei Jahren gefordert, dazu durchringen, Schwule zum Blutspenden zuzulassen, würde es nicht ständig jammern müssen, dass es zu wenig Blutspenden gibt. Bundesminister Alois Stöger soll jetzt endlich ein Machtwort sprechen und diese Diskriminierung beenden.

    Das Rote Kreuz beklagt wie jedes Jahr die sinkende BlutspenderInnenzahl und befürchtet Engpässe bei den Blutkonserven. Durch das hohe Verkehrsaufkommen im Sommer gebe mehr Unfälle und damit einen erhöhten Bedarf an Blutkonserven. Zurzeit würden in den Krankenhäusern wesentlich mehr Konserven benötigt als gespendet werden. Die aktuellen Vorräte an Blutkonserven würden nur noch für etwa eine Woche reichen. So weit so tragisch. Gleichzeitig aber schließt das Rote Kreuz Schwule offenbar aus ideologischen Gründen vom Blutspenden in Bausch und Bogen aus.

    Diskriminierung der Extraklasse

    “Seit Jahren sehen wir dasselbe jämmerliche Schauspiel: Das Rote Kreuz beklagt die sinkende BlutspenderInnenzahl und weigert sich gleichzeitig, Schwule zum Blutspenden zuzulassen. Da wird eine ganze Bevölkerungsgruppe pauschal diskriminiert, denn Schwule haben genauso oft und genauso wenig ansteckende, über das Blut übertragbare Krankheiten, wie alle anderen DurchschnittsösterreicherInnen – egal ob HIV, Hepatitis oder sonst etwas. Das ist alles nur noch peinlich. Eine Diskriminierung der Extraklasse“, empört sich der Vereinssprecher der HOSI Linz, Gernot Wartner.

    Gibt jemand in dem vor dem Blutspenden auszufüllenden Fragebogen an, homosexuell zu sein, darf er gleich wieder nach Hause gehen. Das Blut von Homosexuellen könnte ja mit HIV infiziert sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob man wirklich infiziert ist oder nicht – und das, obwohl auch Heterosexuelle mit HIV infiziert sein können und jedes Blut ohnehin noch auf alle möglichen Infektionen und eben auch auf HIV routinemäßig getestet wird.

    EU-Rechtswidrig

    Die HOSI Linz sei daher der Ansicht, dass der Engpass an BlutspenderInnen so groß gar nicht sein könne, und wenn, dann sei dies von den Verantwortlichen selbst verschuldet. „Wir erkennen darin eine offenbar ideologisch motivierte Diskriminierung, die sich eindeutig gegen Lesben und Schwule richtet und sachlich in keiner Weise begründet ist. Das Blut von gesunden Lesben und Schwulen – und das ist ja der allergrößte Teil auch dieser Bevölkerungsgruppe – einfach abzulehnen, sobald man sich jemand zu zur homosexuellen Orientierung bekennt, ist alleine schon deswegen diskriminierend, weil der Blutspende nichts im Wege steht, wenn man die eigene Homosexualität nicht angibt“, so Wartner. Es stehe ja außer Streit, dass es vernünftig ist, dass man Erkrankungen zuvor abfragt, aber alleine aus der homosexuellen Orientierung eines Menschen einen Ablehnungsgrund zu konstruieren, sei diskriminierend und menschenrechtswidrig. „Zuerst Hunderte von Blutspendewilligen diskriminieren und dann von einem Engpass zu reden, ist mehr als verlogen.“

    Bereits im September 2011 hat der EU-Kommissar für Gesundheit und VerbraucherInnenschutz, John Dalli, in einer Anfragebeantwortung an Abgeordnete des Europäischen Parlaments festgehalten, dass eine EU-Richtlinie aus 2004 zum Blutspenden keinen Anlass zum grundsätzlichen Ausschluss Homosexueller vom Blutspenden rechtfertige. Sexualverhalten sei nicht identisch mit sexueller Orientierung und ein allgemeiner Ausschluss von schwulen und bisexuellen Männern vom Blutspenden widerspräche dem EU-Recht.

    Gefordert ist jetzt Bundesminister Stöger

    Nach Ansicht der HOSI Linz liegt der Ball längst im Gesundheitsministerium. Doch dieses geht offenbar vor dem Roten Kreuz in die Knie und verweist seit Jahr und Tag nur auf eine angebliche Arbeitsgruppe, die eine Reform der entsprechenden Gesetzeslage vorbereite. „Nach der bereits 2011 erfolgten Festlegung der EU-Kommission hat Bundesminister Stöger keinen Grund mehr, eine sofortige Entscheidung in dieser Frage weiter hinauszuzögern. Seit der Klarstellung durch den EU-Kommissar ist es wohl eindeutig, dass sexuelle Orientierung, ethnische Herkunft und andere Identitätsmerkmale für die Gesundheit einer Person vollständig irrelevant sind. Ich fordere den Herrn Bundesminister auf, die bisherige diskriminierende Praxis der Blutspendeeinrichtungen sofort abstellen zu lassen!“, so Wartner abschließend.

    Für die HOSI Linz

    gez. Gernot Wartner, Vereinssprecher

    Linz, den 31.07.2013

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