Kategorie: Aktuelles

  • Queere Flüchtlinge willkommen

    Queere Flüchtlinge willkommen

    Lieber Flüchtling, liebe Freundin, lieber Freund!

    Willkommen in unserer Gemeinschaft! Hier in Österreich sind homosexuelles Verlangen und Liebe grundsätzlich akzeptiert: durch das Gesetz und auch durch den größten Teil der Gesellschaft (obwohl freilich selbst bei uns nicht alle tolerant sind). Wenn du homosexuelle Gefühle hast, ist das völlig in Ordnung und du brauchst keine Angst zu haben. In Österreich sind alle vom Gesetz dazu aufgerufen, niemanden aufgrund der sexuellen Orientierung, der sexuellen Identität, dem Geschlecht etc. zu diskriminieren. Bitte denke aber daran, dass deine Mitflüchtlinge deine gleichgeschlechtliche Orientierung wahrscheinlich ablehnen und du Beleidigung, Marginalisierung und sogar Gewalt erfahren musst. Daher lass dir raten, deine Privatheit und dein Geheimnis für dich zu behalten. Sprich nur vertrauenswürdige Personen darauf an, besonders deine Betreuerinnen und Betreuer, die verständig erscheinen.

    Die Tatsache ist für dich wichtig, dass deine Homosexualität in der EU ein entscheidender Asylgrund ist, falls du aus einem Land geflohen bist, das für Schwule und Lesben unsicher ist. Wir raten dir daher, bitte den betreffenden Beamten, die für deinen Asylantrag zuständig sind, im Vertrauen über deine Homosexualität und die schweren Probleme, die damit verbunden waren, zu berichten.

    Wann immer du mit Menschen reden willst, die wie du homosexuell, bisexuell oder transsexuell sind, dann nimm doch mit uns Verbindung auf. Wir sind eine Interessen- und Service-Organisation und arbeiten (völlig ehrenamtlich) für noch mehr Toleranz, Akzeptanz und gesellschaftliche Integration von Lesben, Schwulen und Bisexuellen. Wir bieten dir an, mit einem Berater oder einer Beraterin (wie du es willst) zu sprechen oder einfach in unserem kleinen Kommunikationszentrum vorbeizukommen, Gespräche zu führen und Freundinnen und Freunde zu finden und zu treffen. Dazu geben wir dir die nötigen Informationen:

    Name: HOSI Linz

    Adresse: Schillerstraße 49 (wie du hinkommst, siehst du auf
    www.test.hosilinz.at > TIPPS > Anfahrt)

    Stadt: Linz

    Postleitzahl: 4020

    Hotline (ein Berater meldet sich): 0732 60 98 98 Durchwahl 4 (Englisch und Deutsch werden gesprochen)

    Beratungszeiten: jeden Montag und Donnerstag, 20.00 – 22.00 Uhr

    Nur in dringenden Fällen: 0732 60 98 98 (ein Vorstandsmitglied wird sich melden oder du kannst eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen)

    Öffnungszeiten: Treffen jeden Freitag und Samstag, 21.00 – 02.00 Uhr; wenn du deinen Status als Flüchtling nennst, bekommst du ein Willkommensgetränk gratis und du bist sonst nicht verpflichtet zu konsumieren; für weitere Veranstaltungen besuche bitte unsere www.test.hosilinz.at à TERMINE à Kalender.

    Alle Informationen: www.test.hosilinz.at (in German)

    E-mail-Kontakte:
    allgemeine Information [email protected] (Team-Mitglieder antworten),
    für Beratung [email protected] (ein Berater oder eine Beraterin antwortet)

    Bitte beachten: Sexuelle Kontakte zu Kindern (das sind Jugendliche unter 14 Jahren) sind vom Strafrecht streng verboten. Mache auch keine erotischen Fotos von Menschen, die noch nicht 18 Jahre sein könnten. Das Verbot von Sex gilt auch für die Ausübung jeglichen Drucks, freilich für Vergewaltigung und auch jede andere Form sexueller Gewaltausübung. Die Bedingungen, unter denen sexuelle Beziehungen akzeptiert werden, sind die freie Entscheidung zu und der Konsens darüber, Sex und Liebe zu machen. Respekt ist ein Hauptprinzip, und ein „Nein“ ist eine eindeutige Ablehnung. Sex mit jugendlichen Prostituierten (jünger als 18 Jahre) ist gesetzlich verboten, ebenso das Ausnützen einer geistigen Rückständigkeit von Personen unter 16 Jahren, die nicht souverän entscheiden können, ob sie Sex haben wollen oder nicht. Im Besonderen ist es gut zu wissen, dass die Polizei durch Verordnung verpflichtet ist, Lesben und Schwule nicht zu diskriminieren, sondern respektvoll zu behandeln.

    Vorschau: Wir planen, einen Buddy Service einzurichten, indem wir versuchen, eine Gruppe von Aktivisten und Aktivistinnen zu bilden, die dir anbieten, etwas Zeit mit dir zu verbringen, ein offenes Ohr für dich zu haben und dich ein wenig besser ins gesellschaftliche Leben in Oberösterreich einzuführen (allerdings lassen wir uns leider nicht auf all die Angelegenheiten und Verfahren ein, die Asyl, Wohnen oder Arbeit betreffen; sorry, da gibt es Spezialisten und Spezialistinnen dafür; bitte frage deine Betreuer und Betreuerinnen).

    Solltest du irgendwelche Fragen, Wünsche oder Probleme haben, die Homosexualität oder damit verbundene Angelegenheiten betreffen, nimm bitte einfach Verbindung zu uns auf und wir werden versuchen, dir, wenn möglich, zu helfen. Bitte bedenke aber, dass wir alle von der HOSI Linz ihr Geld verdienen müssen und dir nur in unserer Freizeit zur Verfügung stehen können. Danke.

    Schöne Zeit in Oberösterreich!
    Dein Team und deine Gemeinschaft bei der HOSI Linz

    Download Folder: hosilinz_fluechtlinge_willkommen_dt_2019_web

  • Menschenrechte jetzt!

    Menschenrechte jetzt!

    Anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte erinnert die HOSI Linz an bestehende Diskriminierungen und appelliert an die Regierungsverhandler*innen von Türkis und Grün, deren Beseitigung ohne Wenn und Aber ins Regierungsübereinkommen zu schreiben.

     „Einmal ist das das sogenannte Levelling-up im Gleichbehandlungsrecht. Derzeit wird menschenrechtswidrig beim Schutz vor Diskriminierung diskriminiert, indem manche Gruppen in weniger Bereichen geschützt werden als andere. Unter Rot-Schwarz sind entsprechende Initiativen für ein solches Levelling-up bisher dreimal an der ÖVP gescheitert“, erklärt Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz.

    Die zweite Forderung betrifft eine Entschuldigung des Nationalrats und die Entschädigung für die Opfer der jahrzehntelangen menschenrechtswidrigen strafrechtlichen Verfolgung von Lesben und Schwulen in Österreich (gemäß § 129 I b StG bis 1971, gemäß §§ 209, 210, 220 und 221 StGB bis 2002).

    „Zudem appellieren wir an die Verhandlungsgruppen, eine Regelung zu finden, die Aufklärungsworkshops von LGBTIQ*-Organisationen an Schulen wieder möglich macht. Schüler*innen haben ein Recht auf vorurteilsfreie Sexualaufklärung. Und auch die Abschiebung von LGBTIQ*-Flüchtlingen in ihre Heimatländer, wo ihnen vielfach der Tod droht, ist eine Menschenrechtsverletzung, die einzustellen wir die Regierungsverhandler*innen auffordern“, so Steinmetz abschließend.

    gez. Mag. Richard Steinmetz

  • So queer war das Parlament noch nie!

    So queer war das Parlament noch nie!

    ÖSTERREICH / NATIONALRAT / HOSI LINZ / STEINMETZ

    Mit der Angelobung in der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Nationalrats wird mit der XXVII. Gesetzgebungsperiode das Parlament das queerste, das es in Österreich je gegeben hat.

    Nico Marchetti (ÖVP), Ewa Ernst-Dziedzic, Faika El-Nagashi und David Stögmüller (alle Grüne), sowie Yannick Shetty (NEOS) werden, je nachdem, wie stark ihre innerparteiliche Position ist, die Anliegen der sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten vertreten. Zudem kehrt Marco Schreuder (Grüne) für Wien in den Bundesrat zurück.

    Für die HOSI Linz ist das ein schönes Signal an die Wählerinnen und Wähler der LGBTIQ*-Community und gibt Anlass für Hoffnung auf überparteiliche Regenbogen-Initiativen. “Initiativen gegen homo- und transphobe Gewalt, für die Selbstbestimmung von intergeschlechtlichen und Trans*-Personen, für Vielfalt in Schule und Bildung, für das längst fällige Levelling-Up beim Diskriminierungsschutz – es gibt zahlreiche Projekte für die Community, die dringend angegangen werden sollten und die eine breite parlamentarische Unterstützung bräuchten“, so Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz.

    Umso bedauerlicher sei, dass ausgerechnet die SPÖ im neuen Nationalrat keine queere Stimme mehr hat. Mario Lindner, SoHo-Bundesvorsitzender und bis jetzt SPÖ-Gleichstellungssprecher, wird nicht mehr Ansprechpartner und Vertreter für die Anliegen sexueller und geschlechtlicher Minderheiten im Nationalrat sein. Stattdessen bleibt mit Thomas Drozda ein eher erfolgloser Parteimanager im Parlament. Zwei Jahre gute Arbeit für die Community würden nun in der SPÖ nicht mehr fortgesetzt, denn zu Lindners Leistungen in den letzten zwei Jahren sind unter anderem ohne Zweifel das Verbot von Konversionstherapien an Minderjährigen oder die Öffnung der Ehe für binationale gleichgeschlechtliche Paare zu zählen.

    “Wenn Grüne und NEOS bei wesentlich weniger Mandaten schon vier Abgeordnete aus der LGBTIQ*-Community haben und selbst die ÖVP einen offen schwul lebenden Abgeordneten hat, ist es für mich unverständlich, dass die SPÖ es offenbar schafft, gut und gerne zehn Prozent der Bevölkerung völlig zu ignorieren“, ärgert sich Steinmetz.

    “Die LGBTIQ*-Community wird die Sozialdemokratie jetzt sehr genau beobachten und vor allem an ihren Taten messen. Wir werden ja sehen, wie ernst es der SPÖ mit ihrem Grundwert der Gleichheit und der Solidarität mit der LGBTIQ*-Community ist, wenn die anderen Parteien Initiative für die LGBTIQ*-Community ergreifen. Und mittelfristig erwarten wir uns schon von der SPÖ, dass sie auch eine*n Ansprechpartner*in aus der Community im Nationalrat hat”, kündigt Steinmetz an.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 22.10.2019

  • Unbelehrbar

    Unbelehrbar

    ÖVP und FPÖ marschieren unbeirrbar weiter zurück ins bildungspolitische Mittelalter.

    ÖVP und FPÖ haben noch im Juli im Nationalrat ein Verbot der Einbeziehung externer Fachkräfte an Schulen für die sexualpädagogische Bildung beschlossen. Die Grünen OÖ beantragten daraufhin, der Oö. Landtag solle die Landesregierung auffordern, bei der neuen Bundesregie-rung Druck zu machen, dieses Verbot nicht umzusetzen. Dann könnten weiter externe Fachkräfte und Vereine in den sexualpädagogischen Aufklärungsunterricht an Schulen eingebunden werden. Allerdings wurde der Antrag an einen Ausschuss zugewiesen und dort umgehend und einmütig von ÖVP und FPÖ abgelehnt, ohne jedwede Bereitschaft zu einer inhaltlichen Debatte.

    „Der Ausschluss von externen Fachkräften und Vereinen, wie der HOSI Linz, aus dem Aufklärungsunterricht ist ein enormer pädagogischer Rückschritt. Die Einbeziehung einer externen Expertise ist eine wichtige Säule in einer ganzheitlichen Sexualerziehung und eine wertvolle Ergänzung zur Arbeit im Unterricht, die auch von Pädagoginnen und Pädagogen gefordert wird. Die vielen Anfragen allein an unsere Einrichtung durch Lehrpersonen und Schulen zeigt deutlich, dass diese Arbeit in den Bildungseinrichtungen in hohem Maße geschätzt wird“, so Richard Steinmetz, Vereinssprecher der HOSI Linz, der selbst mehrmals im Jahr sexualpädagogische Aufklärungsworkshops an Schulen durchführt.

    Die HOSI Linz bietet seit über 30 Jahren sexualpädagogische Workshops an und hat sich in dieser Zeit viel Knowhow angeeignet. Dies ist auch von der Stadt Linz anerkannt, wo die HOSI Linz auch in das städtische sexualpädagogische Programm “Linz talks about love and sex” einbezogen ist.

    „Wir fordern, dass auch weiterhin externe Fachkräfte bzw. Vereine in den sexualpädagogischen Aufklärungsunterricht an Schulen eingebunden werden können. Immerhin haben sich bereits zahlreiche Expert*innen, Fachstellen und mehr als 100 Organisationen im Bereich Sexualpädagogik, Kinderschutz und Missbrauchsprävention gegen dieses Verbot ausgesprochen. Alleine bei ÖVP und FPÖ ist diese Erkenntnis noch nicht angelangt – sie marschieren lieber unbeirrbar weiter zurück ins bildungspolitische Mittelalter! Pädagogisch sinnvolle Sexualaufklärung ist mehr als ein anatomisches Schaubild der Geschlechtsorgane, Sexualität ist mehr als ein Vortrag über das Bestäuben der Blumen durch Bienen”, so Steinmetz verärgert.

    gez. Mag. Richard Steinmetz
    Vereinssprecher der HOSI Linz

    Linz, 09.10.2019

  • NEVRLAND von Gregor Schmidinger

    NEVRLAND von Gregor Schmidinger

    Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Film NEVRLAND des Oberösterreichers Gregor Schmidinger mit Simon Frühwirth, Paul Forman, Josef Hader ist ab 13. September, in Österreich im Kino.

    Coming-of-Age im Post-Gay-Zeitalter: der 17-jährige Jakob (Simon Frühwirt) lebt zusammen mit Vater und Großvater in Wien, arbeitet im selben Schlachthof wie sein Vater und kämpft mit einer lähmenden Angststörung. Als er im Sex-Cam-Chat den 26-jährigen Künstler Kristjan (Paul Format) kennen lernt, entwickelt sich zunächst eine virtuelle Freundschaft. Erst durch einen schweren Schicksalsschlag bringt Jakob den Mut auf sich auch real mit Kristjan zu treffen.

    Gregor Schmidinger Film ist gespickt voll autobiographischer Elemente. Neben seiner Liebe zum Techno und Undergroundclubs, litt auch der Regisseur jahrelang an Angststörungen, die er geschickt in seinem Film verarbeitet. Nicht umsonst wurde der Film im Frühjahr auf der Diagonale mit dem Thomas-Pluch-Drehbuchpreis für Schmidinger und dem Schauspielpreis für Simon Frühwirth ausgezeichnet

    Spielstätten und Spielzeiten unter: www.nevrland.at > Tickets

    City-Kino, Graben 30, 4020 Linz
    Cineplexx, Prinz-Eugen-Straße 22, 4020 Linz

    Filmladen: http://www.filmladen.at/
    Nevrland FB: https://www.facebook.com/nevrlandfilm/
    Nevrland Instagram: https://www.instagram.com/nevrlandfilm/

     

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